Deutsche und französische Banken forcieren die Einführung einer europäischen Debitkarte. Bei diesen Karten werden Zahlungen wie bei der EC-Karte in Deutschland direkt vom Girokonto abgebucht. Eine solche Debitkarte wäre eine Konkurrenz zu Maestro von Mastercard und V-Pay von Visa. Das berichtet das "Handelsblatt" in seiner Onlineausgabe.
Bundesbank will europäische Debitkarte
"Im Oktober soll eine Projektgesellschaft für 'Monnet' gegründet werden. Wir stehen vor konkreten Investitionsentscheidungen", sagte der für IT zuständige Vorstand der Deutschen Bank, Hermann-Josef Lamberti, auf einer Bundesbank-Veranstaltung.
Eine europäische Konkurrenz zu den amerikanischen Anbietern gilt als politisch erwünscht: "Das Duopol der beiden internationalen Kartengesellschaften ist für uns in Europa aus politischen und wirtschaftlichen Gründen eine unbefriedigende Vorstellung", sagte Bundesbank-Vorstand Hans Georg Fabritius. Ein eigenes Kartensystem würde den Einfluss der europäischen Teilnehmer erhöhen und sie vom amerikanischen System unabhängiger machen, sagte er weiter.
Bislang nur Konzept vorhanden
Das Projekt Monnet bezeichnete Fabritius als "erfolgversprechende Kooperation", von der es bisher aber nur ein Konzept gebe. Eine Beteiligung von mehreren Euro-Ländern werde angestrebt. Bislang unterstützen das französische Kreditgewerbe sowie Deutsche Bank, Commerzbank und DZ Bank das Projekt.
Es sei aber geplant, auch Spanien, Italien und die Niederlande mit einzubinden, da diese Länder nach Deutschland und Frankreich die größten Zahlungsverkehrsmärkte im Euro-Gebiet sind, sagte Lamberti. Die explizite Nennung dieser Länder könnte ein Indiz dafür sein, dass bereits erste Gespräche oder Interessensbekundungen stattfanden, schreibt das "Handelsblatt".
Bundesbank-Manager kritisiert deutsches Lastschriftverfahren
Der Bundesbank-Manager Fabritius fordert außerdem von der Politik und Kreditwirtschaft mehr Engagement bei der Einführung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums (Sepa): "Einige Verbände glauben, sie verfügten gegenwärtig über konkurrenzlos günstige Abwicklungsverfahren, etwa das deutsche Lastschriftverfahren", sagte Fabritius.
Um die Verbreitung von Sepa-Systemen zu beschleunigen, setzt sich die Bundesbank nach Angaben der Zeitung für die Abschaltung der nationalen Abwicklungssysteme ein. Für Überweisungen schlug Fabritius das Jahr 2013 vor, für das Lastschriftverfahren 2014.
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