Die deutschen Banken wollen sich wieder stärker auf das Privatkundengeschäft konzentrieren. In den Geschäftsfeldern individuelle Beratung und Kreditgeschäft werden dabei in den kommenden 3 Jahren die größten Profite erwartet. Dies ergab der „Branchenkompass Kreditinstitute“, eine Studie von Mummert Consulting und dem F.A.Z.-Institut auf der Basis einer aktuellen Forsa-Umfrage unter 100 Bankentscheidern. Demnach setzen etwa 90 Prozent der Topmanager der Branche auf individuelle Finanzplanung und -beratung. Etwa 80 Prozent der Managern erwarten eine hohe Wertschöpfung bei Krediten. Das Firmengeschäft wird auch perspektivisch als weniger lukrativ angesehen. Größere Engagements in diesem Bereich planen die Banken nicht.
Viele Kreditinstitute wollen verstärkt dazu übergehen, auch mit der Beratung selbst Geld zu verdienen, erbrachte die Studie weiter. Sie wollen den Kunden Gebühren für Beratungsleistungen berechnen, so etwa für die Erstellung von Vermögensplänen. Ob es den Banken jedoch wirklich gelingen wird, Beratungsgebühren durchzusetzen, wird der Studie zufolge angezweifelt. Kunden würden – zumal wenn Gebühren im Spiel seien – stärker auf unabhängige Beratung setzen, und die könnten die Banken zur Zeit nicht bieten, weil sie nicht ausreichend vorbereitet seien.
Wegen der überforderten Sozialsysteme sehen 30 Prozent der befragten Topmanager speziell in der individuellen Beratung bei der Altervorsorge und der Erstellung von Altersvorsorgeprodukten die höchsten Gewinnpotentiale in den nächsten Jahren. Entsprechend wollen 87 Prozent der Kreditinstitute in diesen Bereich investieren, 76 Prozent sogar stark oder sehr stark. Die Banken hätten dabei nicht mehr nur die reiche Oberschicht im Visier, sondern auch Kunden mit hohen und mittleren Einkommen.
(cu)
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