Das niedersächsische Landeskriminalamt hat vor neuen Betrugsversuchen an EC-Automaten gewarnt. Um an Daten und Geheimzahl der Bankkarten zu gelangen, hätten die Täter für die gesamte Arbeitsfläche der Automaten einen täuschend echt aussehenden Aufsatz entwickelt, sagte LKA-Sprecher Lothar Zierke laut einem Bericht von Welt.de. Eine der neuartigen Attrappen habe die Polizei am vergangenen Donnerstag in der niedersächsischen Landeshauptstadt beschlagnahmt.
In den Aufsatzgeräten, die von der ursprünglichen Arbeitsfläche der Bankautomaten kaum zu unterscheiden sind, seien Tastatur und Kartenlesegerät integriert. Sie speichern nach Angaben des LKA-Sprechers die Daten der Karten und die über die Tastatur eingegebene Geheimzahl. Mit einem anschließend gefertigten Duplikat der Karte könnten die Täter dann das Konto plündern.
Laut Zierke saß in Hannover der Vorsatz nicht vollständig passgenau auf dem Geldautomaten. Einem Kunden sei ein Spalt am Rand aufgefallen und er habe die Bank informiert. Dadurch habe die Polizei den Vorsatz sicherstellen können. Die Attrappen seien zumeist mit Klebeband befestigt. Im Zweifelsfall könnten Bankkunden daher durch leichtes Rütteln feststellen, ob es sich um einen echten Geldautomaten handle.
Früher sei an Bankautomaten lediglich der Eingabeschlitz für die Karte mit einem Vorsatzgerät manipuliert worden. Zum Ausspähen der Geheimzahl hätten die Täter dann oft eine kleine versteckte Kamera installiert. Die neuartigen Geräte seien 2006 erstmals in Deutschland aufgetaucht. Die alte Technik würde aber nach wie vor ebenso eingesetzt. Bundesweit habe es im vergangenen Jahr über 300 Fälle von Datenklau an manipulierten Geldautomaten gegeben.