Das Kreditkartenunternehmen MasterCard hat verkündet, die Einführung seines neuen Entgeltsystems für die Nutzung von Debitkarten im einheitlichen Euro-Zahlungsraum zu verschieben. Dies berichtet die Financial Times Deutschland. Ursprünglich sollten die neuen Gebühren bereits ab Januar 2008 erhoben werden.
Laut MasterCard sollen die neuen Interbankentgelte zum Jahresende 2010 in Kraft treten. Bei den Interbankentgelten handelt es sich um Gebühren, die die Bank eines Händlers an die kartenausgebende Bank eines Kunden für dessen Karteneinsatz zahlen muss. In Deutschland werden die meisten Zahlungen noch über das EC-System der deutschen Banken abgewickelt. Das Zahlungssystem von MasterCard ist Maestro, dessen Zeichen die meisten EC-Karten bereits tragen. Das Gebührensystem, mit dem MasterCard das Maestro-Verfahren betreibt, wurde von der EU-Kommission als zu teuer kritisiert.
Die neuen Entgelte, die zum 1. Januar 2008 in Kraft treten sollten, wären zwar deutlich geringer ausgefallen, jedoch hätten davon nach dem FTD-Bericht nur größere Handelsketten profitiert, die von MasterCard Rabatte bekommen. Für kleinere Händler hätte sich nichts geändert.
Die neue Entgeltstruktur, so MasterCard, käme im Januar zu früh. Grund hierfür seien unterschiedliche Marktvoraussetzungen für SEPA in den einzelnen EU-Ländern. Die deutschen Banken freut die Verschiebung, gewinnen Sie doch dadurch Zeit für die grenzübergreifende Vermarktung des EC-Zahlungssystems. Auch der Kreditkartenanbieter VISA arbeitet an einem Zahlungssystem für Debitkarten. Das System mit dem Namne V-Pay befindet sich derzeit aber noch im Aufbau.
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