Mineralölprodukte drücken Inflationsrate 

Die Teuerungsrate ist im August 2008 gegenüber dem Vormonat leicht zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen aus sechs Bundesländern mitteilt, sank sie auf 3,1 Prozent. Im Juli hatte der Preisauftrieb noch 3,3 Prozent betragen, das war das höchste Niveau seit 15 Jahren. Zuletzt war der Preisindex im April gesunken - auf 2,4 Prozent. Die gegenwärtige Inflationsrate liegt auf dem Wert von März 2008.

Im Vergleich zum Juli 2008 wurden vor allem Mineralölprodukte günstiger: So verbilligten sich Kraftstoffe binnen eines Monats zwischen 5,9 und 6,3 Prozent, bei Heizöl lag der Rückgang zwischen 8,6 und 10,7 Prozent. Auf Jahressicht kosteten Kraftstoffe jedoch immer noch 11 bis 13,1 Prozent mehr, bei Heizöl mussten 39 bis 49,4 Prozent mehr bezahlt werden.

In den vergangenen Wochen gab der Ölpreis wieder deutlich nach. Mitte Juli lag er noch bei mehr als 147 US-Dollar je Fass, inzwischen sind es etwa 30 US-Dollar weniger. Allerdings kostet Gas inzwischen mehr, da mehrere Versorger ihre Preise erhöht hatten. Ohne Heizöl und Kraftstoffe liegt die Jahresrate der jeweiligen Bundesländer zwischen + 2,2 und + 2,7 Prozent.

Lebensmittel wurden für Verbraucher unter dem Strich billiger: So kosteten Obst und Gemüse saisonbedingt weniger als im Juli (-0,3 bis -0,7 Prozent). Für Fleisch mussten die Verbraucher dagegen mehr bezahlen. Allerdings liegen die Jahresraten bei den Nahrungsmitteln im August 2008 immer noch zwischen + 6,2 und + 8,5 Prozent über dem August 2007. Ebenfalls die Preise dämpfend wirken saisonbedingt die Pauschalreisen (– 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat) und die Ferienwohnungen (– 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat). Beide Bereiche zeigen im Vergleich zum Vorjahr eine Preissteigerung von + 2,3 Prozent beziehungsweise + 1,5 Prozent.

Trotz des jüngsten Rückgangs liegt die Inflationsrate deutlich über dem Ziel der EZB, die bei knapp zwei Prozent Preisstabilität gewährleistet sieht. Der Financial Times Deutschland zufolge schätzen Analysten, dass die Teuerungsraten ab Herbst zurückgehen dürften, wenn sich Basiseffekte - der Einfluss ungewöhnlicher monatlicher Veränderungen des Preisindexes, beispielsweise bei Erdölprodukten - bemerkbar machen.

Eine Zinssenkung der EZB stehe derzeit aber wohl nicht zur Debatte, sagte Gregor Eder von der Dresdner Bank: "Ich will aber nicht ausschließen, dass sich im kommenden Monat die Zinssenkungsdiskussion weiter verschärft, wenn sich die Konjunkturdaten weiter verschlechtern und die Inflation sinkt."

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