Der Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO) hat sich einer Initiative von deutschen Wirtschafts- und Sozialverbänden angeschlossen, die das nationale Lastschriftverfahren nicht durch ein einheitliches europäisches Verfahren ersetzen lassen will. Die geplante Umstellung sei für Organisationen und Verbraucher mit höheren Kosten und einem größeren bürokratischen Aufwand verbunden, so der Verband.
"Wir sind nicht gegen die Einführung eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraums (SEPA). Wir fordern aber, dass das neue Verfahren mindestens so einfach, effizient und kostengünstig ist, wie das bestehende Nationale", sagte VENRO-Vorstandsmitglied Bernd Pastors. Für zivilgesellschaftliche Organisationen entstünden durch die Umstellung höhere Verwaltungskosten. Zudem würden bisher kostenfreie Überweisungen dann 9,3 Cent pro Vorgang kosten.
Anlass für die bundesweite SEPA-Initiative ist der Beschluss der Europäischen Kommission spätestens bis zum 1. November 2009 die einheitliche europäische Zahlungsrichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Die Kreditwirtschaft plant zudem mittelfristig die bestehenden nationalen Produkte ganz abzuschaffen. Die einheitliche europäische Zahlungsrichtlinie wurde im Oktober 2007 durch den Rat der Europäischen Union bestätigt.
Im Vergleich zu den anderen EU-Mitgliedstaaten wäre Deutschland von der Ablösung eines Lastschriftverfahrens besonders betroffen: Rund 43 Prozent aller Zahlungsvorgänge basieren auf einem Lastschrifteinzug. Mit mehr als sieben Milliarden Vorgängen macht damit der innerdeutsche Lastschriftverkehr etwa die Hälfte aller Lastschriften in Europa aus.