In Sachen Sicherheit beim Onlinebanking scheint die Wahl des Browsers nur noch Nebensache zu sein. Dem Verein Deutsches Sicherheitsnetz zufolge sind alternative Browser mittlerweile genauso unsicher wie der weit verbreitete Internet Explorer von Microsoft.
Die Sicherheitsexperten haben rund 5.000 private Computer auf Sicherheitslücken in ihren Internetbrowsern getestet. Dabei kam heraus, dass mehr als die Hälfte aller Browser angreifbar war. Der sonst so gelobte Firefox-Browser von Mozilla lag mit einer Quote von 55 Prozent sogar knapp über den Werten des Internet Explorer (53%). Auch andere Browser wie Opera (53%) oder Safari (63%) zeigten im Test Sicherheitslücken.
Plugins sind das Problem
Problematisch sind oft nicht die Browser selbst, sondern die diversen Plugins und Multimediaanwedungen. "Inzwischen haben wir es mit Computerschädlingen der neusten Generation zu tun", sagt Dr. Frank Bock vom Verein Deutsches Sicherheitsnetz. Diese greifen nicht mehr direkt den Browser an, sondern suchen sich ihren Weg über Videos und Multimedia-Dateien. "Da alle Browser in gleicher Art mit Klängen, Bildern und Videos umgehen, ist der Vorteil der Exoten meist dahin", so Bock.
Damit erben die Browser-Hersteller automatisch die Sicherheitsprobleme der Multimedia- und Plugin-Produzenten. Die Sicherheitslücken von Adobe (PDF, Flash) und Apple (Quicktime) werden so automatisch zu den Sicherheitslücken von Microsoft (Internet Explorer) und Mozilla (Firefox).
Chrome gewinnt ohne wirklich besser zu sein
Der erste Platz im Test ging an Google-Chrome (46 % Angreifbarkeit). Allerdings ist der Sieg mehr seinem jungen Erscheinungsdatum als wirklich besseren Sicherheitsfeatures geschuldet, so das Deutsche Sicherheitsnetz. Die derzeit eingesetzten Chrome-Browser haben deutlich weniger Plugins und Zusatzfunktionen, wodurch sie schlechter anzugreifen sind – ohne wirklich besser zu sein, urteilen die Sicherheitsexperten. Das Testergebnis steht unter www.desine.de jedermann kostenlos zur Verfügung.
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