Schutzmaßnahmen beim Onlinebanking oft unbekannt 

Die von der PASS Consulting Group durchgeführte Studie "Online-Banking 2006" zeigt, dass Online-Banking-Kunden vorhandene Sicherheitsmechanismen aus Unkenntnis häufig nicht nutzen. Sie werden so unbewusst zu potenziellen Angriffszielen von Internetkriminellen.

Prinzipiell ist das von den Banken und Brokern am häufigsten angewendete Sicherheits-/Authentifizierungsverfahren PIN/TAN bei korrekter Überprüfung der verschlüsselten SSL-Verbindung sicher. Allerdings haben bereits erfolgte Angriffe gezeigt, dass die Betroffenen zusätzliche Schutzmechanismen vielfach nicht beachten oder nicht verstehen. Eine bessere Aufklärung der Kunden ist daher dringend notwendig, so die Studie.

Eine Umfrage seitens PASS unter 1.500 Online-Banking-Kunden hat gezeigt, dass sich die Masse sicher fühlt und die Sicherheitsbedrohungen kennt. Gleichzeitig wünschen sich die Nutzer mehr Informationen der Banken über die eingesetzten Verfahren und erwarten den Einsatz neuer, sichererer Verfahren. So haben 66 Prozent der befragten Online-Banking-Nutzer Interesse an der Digitalen Signatur und bereits 58 Prozent an Biometrieverfahren. Im Fokus des Nutzerinteresses steht mit 83 Prozent das PIN/TAN-Verfahren.

"Das vorhandene Vertrauen der Kunden in den Online-Kanal ihrer Bank ist zugleich eine Verpflichtung für die Banken, durch proaktive Maßnahmen Sicherheitsbedrohungen abzuwehren und Kunden über die angebotenen Möglichkeiten gezielter zu informieren", so Thomas Reim, Projektleiter der Studie bei PASS Research & Development.

Indessen haben die Banken beim Einsatz neuer Verfahren reagiert und ihr Angebot im Jahr 2005 deutlich ausgebaut. So werden im Vergleich zur Vorjahresstudie zum einen teilweise deutlich sicherere Verfahren eingesetzt, zum anderen werden auch mehr Sicherheitsverfahren angeboten. 23 Prozent der untersuchten Banken stellen das iTAN-Verfahren zur Verfügung - mit steigender Tendenz. 13 Prozent setzen auf Token-Authentifizierung. Eine TAN oder Passwort wird hierbei auf Knopfdruck erzeugt und ist nur für eine sehr kurze Zeit gültig, was das Abfangen und missbräuchliche Verwenden weiter erheblich erschwert.

Das dominierende Sicherheitsverfahren bleibt PIN/TAN, welches von 80 Prozent der Banken und Broker eingesetzt wird. Die Ablösung der bisherigen TAN-Liste hat jedoch begonnen und eine neue Generation von Sicherheitsverfahren steht vor dem Durchbruch.

Die jährliche Neuauflage der PASS-Studie zum Online-Banking ist kürzlich zum vierten Mal erschienen. Sie zeigt den Leistungsstand der heutigen Online-Banking-Auftritte auf und leitet Wettbewerbsvorteile und Verbesserungspotenziale ab. Für die Studie wurden 1.500 Online-Banking-Kunden befragt. Die Online-Auftritte von 31 Banken und Brokern wurden anhand von 270 Kriterien in einem detaillierten Praxistest untersucht.

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