Wer ein Konto in der Schweiz besitzt, hat es geschafft und ist rundum sorglos, sollte man meinen. Das stimmt nicht ganz, wie man dem Bericht des
Schweizerischen Bankenombudsmanns über das
Geschäftsjahr 2005, der anlässlich der Jahresmedienkonferenz in Zürich vorgestellt wurde, entnehmen kann. Insgesamt wurden 1.495 Kundenanfragen eingereicht, von denen 711 durch den Bankenombudsmann erledigt werden konnten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Eingaben jedoch um 240 gesunken. Bankenombudsmann Hanspeter
Häni: "In Phasen anhaltender Wertsteigerungen besteht für Kunden in
der Regel weniger Anlass, die Beratungstätigkeit der Banken mit
Argusaugen zu beobachten und zu hinterfragen. Feststellbar ist
hingegen ein Trend hin zu komplexeren und damit arbeitsintensiveren
Fällen."
Im Geschäftsjahr 2005 gingen mit 37% erneut mehr Klagen aus dem Ausland
ein als im Vorjahr (32%). Der Anteil Beschwerden aus der
Deutschschweiz ist laut Bericht hingegen leicht von 50% auf 47% gesunken. Bei der Aufteilung der
Fälle nach Sachgebieten waren keine großen Veränderungen
feststellbar. Der Anteil der Anfragen aus dem Bereich Zahlungsverkehr
und Karten hat von 20% auf 24% zugenommen, wobei vor allem ein
Anstieg von Missbräuchen mit Bank- und Kreditkarten feststellbar war.
Der Bankenombudsmann dazu: "Viele Kunden sind im Umgang mit Karten zu
nachlässig." Indessen ist der Anteil der Anliegen aus dem Bereich
Anlageberatung und Vermögensverwaltung von 24% auf 20%
zurückgegangen.
Etwa 65% aller schriftlich behandelten und im Berichtsjahr
abgeschlossenen Fälle konnte der Ombudsman ohne Rückfrage bei der
Bank erledigen. Bei 35% (Vorjahr: 42%) bestand jedoch Anlass, bei der
Bank eine Stellungnahme einzuholen. Etwas mehr als die Hälfte dieser
Interventionen erwies sich insofern als gerechtfertigt, als die
betroffene Bank schließlich aufgefordert wurde, den Kunden ganz oder
teilweise zu entschädigen.
Bei mehr als 80% der Fälle, bei denen es um konkrete
Schadenersatzforderungen ging, wurde um substanzielle Summen (mehr
als CHF 10.000,-) gestritten. Der Anteil der Fälle mit einem
Streitwert von über CHF 1 Million ist im Berichtsjahr leicht von 4%
auf 7% angestiegen.