Mehr als 90 Prozent der Online-Bevölkerung in
Deutschland erledigen private Bankgeschäfte ganz oder teilweise über
das Internet. Besonders verbreitet ist dieses Verfahren bei Kunden
mit höheren Einkommen: Mehr als 95 Prozent der Haushalte mit 2.000
bis 2.500 Euro Nettoverdienst führen ihr Konto per PC. Das sind zehn
Prozent mehr als in Haushalten mit geringerem finanziellen Spielraum.
Eine stärkere Akzeptanz auch bei Geringverdienern könnte die
Abwicklungskosten für die Banken weiter deutlich senken, da die
automatisierte Online-Bearbeitung erheblich günstiger ist als der
Einsatz von Filialmitarbeitern. Voraussetzung dafür ist ein größeres
Vertrauen in die Sicherheit der Technik. Dies ergab die Trendstudie
Bankpräferenzen des Consulting- und Softwarehauses PPI AG in
Kooperation mit handelsblatt.com, wiwo.de und dem IMWF Institut für
Management- und Wirtschaftsforschung.
Beinah alle Online-Banking-Nutzer verwenden den Service für
Überweisungen. Ebenfalls weit verbreitet sind die Verwaltung von
Daueraufträgen und Terminüberweisungen. Komplexere Vorgänge aber wie
beispielsweise Anlage- und Finanzierungsgeschäfte finden in mehr als
der Hälfte der Fälle noch in der Filiale statt. Bankkunden mit mehr
als 2.500 Euro Nettoeinkommen nutzen jedoch auch für solche Aufgaben
überdurchschnittlich oft das Online-Angebot ihres Kreditinstituts.
Ein gut ausgebauter Internet-Service dient somit der Kundenbindung
der margenstarken Gutverdiener.
Neben dem Serviceaspekt nutzt ein höherer Online-Nutzungsgrad den
Banken, weil dadurch ihre Bearbeitungskosten sinken. Dazu müssen sie
jedoch zunächst Vorbehalte gegen die Sicherheit der Technik
überwinden: Drei von fünf Nicht-Nutzern erklären ihr Desinteresse
damit, dass ihnen das Risiko zu hoch ist. Konkrete Befürchtungen sind
für 43 Prozent der Nicht-Nutzer Phishing, also der Missbrauch von
durch Täuschung erworbenen Zugangsdaten und Transaktionsnummern. Dazu
kommen ungeklärte Haftungsfragen bei Online-Betrug (32 Prozent) und
Angst vor Viren, Würmern und Trojanern (25 Prozent).
Eine erhöhte Sicherheit des Angebots kann die Nutzung der
Online-Dienste somit steigern. Besonders geeignet hierfür sind
Maßnahmen, die über einen einfachen Passwortschutz hinausgehen, wie
beispielsweise fest installierte Kundensoftware mit eindeutiger
Kennung oder Kartenlese-Geräte, durch die der User seine Berechtigung
mit seiner Bankkarte belegt. Viele Kreditinstitute bieten
entsprechende Möglichkeiten zwar an, machen ihre Kunden jedoch nicht
ausdrücklich darauf aufmerksam. Hier gibt es somit noch Potenzial, um
die Nutzung der Online-Dienste zu steigern.