Die Mehrheit der Paare in Deutschland führt eine gemeinsame Haushaltskasse. 76 Prozent aller Lebensgemeinschaften wirtschaften ausschließlich mit gemeinsamem Geld, immerhin 14 Prozent legen teilweise ihre Einkommen zusammen. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) anlässlich des 50 jährigen Jubiläums von "Geld und Haushalt", dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe, in Auftrag gegeben hat. Mit 81 Prozent legen verheiratete Paare signifikant häufiger ihr Geld zusammen. Immerhin mehr als ein Drittel (44 Prozent) der unverheirateten Paare machen von dieser Form der Gemeinsamkeit Gebrauch.
"Die Umfrage belegt das hohe Maß an gemeinsamer finanzieller Verantwortung, die hierzulande in Lebensgemeinschaften anzutreffen ist", sagte Heinrich Haasis, Präsident des DSGV, bei der Vorstellung der Umfrage in Berlin. Paare mit und ohne Kinder stellen heute nur noch knapp 50 Prozent der Haushalte. Der Anteil der Single-Haushalte liegt bei 37 Prozent. "Alleinstehende und Alleinerziehende tragen potenziell ein höheres Armutsrisiko, das durch eine verstärkte Vorsorge ausgeglichen werden sollte", so Haasis weiter.
In rund der Hälfte der Lebensgemeinschaften (54 Prozent) sind die Partner finanziell unabhängig voneinander, im Osten (67 Prozent) deutlich häufiger als im Westen (50 Prozent). In 34 Prozent der Lebensgemeinschaften ist die Frau finanziell abhängig vom Mann, in 5 Prozent der Mann abhängig von der Frau.
Finanzentscheidungen werden von Paaren weitestgehend gemeinsam getroffen. So geben 89 Prozent der Paare an, dass größere Anschaffungen gemeinsam beschlossen werden, es folgen Kreditaufnahme (81 Prozent), Geldanlage (77 Prozent) und Versicherungen (73 Prozent). Mit dieser Form der Aufgabenteilung sind 98 Prozent der Paare zufrieden.
Etwa jedes siebte Paar führt ein Haushaltsbuch und verschafft sich damit Klarheit über die eigenen Einnahmen und Ausgaben. Dabei liegt der Anteil der Frauen mit 17 Prozent leicht über dem Anteil der Männer (13 Prozent). Die gewissenhaftesten Budgetplaner sind in Baden-Württemberg anzutreffen: 28 Prozent der Paare dort führen ein Haushaltsbuch, vor Bayern (17 Prozent) sowie Thüringen und Sachsen (16 Prozent). Das Schlusslicht bilden mit 6 Prozent Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.
Die vollständige Studie kann unter www.geldundhaushalt.de oder www.dsgv.de heruntergeladen werden.