Sechs Jahre nach Ausgabe der ersten Euro-Münzpäckchen ist die
Gemeinschaftswährung an den Devisenmärkten auf Höhenflug, bei
Sammlern aber sind die Münzen nicht sonderlich beliebt. Zwar
entbrannte ein regelrechtes Sammelfieber, als am 17. Dezember 2001
die sogenannten Starterkits erstmals in Umlauf kamen. Aktuell jedoch
ermittelte die Dresdner Bank bei Münzexperten: Zum renditeträchtigen
Sammelobjekt auf breiter Front ist der Euro noch nicht geworden.
Die hohe Zahl ausgegebener Münzen machen das Euro-Sammeln
wenig lukrativ. Einzig Starterkits von Zwergstaaten wie Monaco, San
Marino und dem Vatikan sowie aus Finnland haben ihren Wert aufgrund vergleichsweise geringer Prägeauflagen beachtlich gesteigert.
Während in Deutschland mehr als 53 Millionen Münzpäckchen zum
Euro-Start ausgegeben wurden, kamen in Finnland nur 500.000 auf
den Markt. Ein ungeöffnetes finnisches Starterkit mit einem Nominalwert von 3,88 Euro wird heute für rund 50 Euro gehandelt – ein Plus
um mehr als 1.000 Prozent. Verschlossene deutsche Starterkits gibt es
im Handel derzeit für 15 Euro, bei Internetauktionen ergeben sich
Preise um 13 Euro – nur wenig über dem Nominalwert von 10,23 Euro.
Auch bei den Sondermünzen kann der Euro noch nicht in die
Fußstapfen der Deutschen Mark treten. Seit 2002 kommt in
Deutschland fünfmal jährlich eine 10-Euro-Gedenkmünze heraus. Von 2006 bis 2021 wird es zusätzlich jedes Jahr eine 2-Euro-Sondermünze
geben, die jeweils einem der 16 Bundesländer gewidmet ist. Münzexperten stellen fest: Die Nachfrage bei Ausgaben von Sondermünzen hält sich gegenüber den frühen Prägungen der D-Mark in Grenzen.