Der Niedriglohnsektor wächst in Deutschland immer stärker. Nach einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) sind bereits 6,5 Millionen Beschäftigte diesem Bereich zuzuordnen – Tendenz steigend. Die "Frankfurter Rundschau" berichtet unter Berufung auf die IAQ-Studie, dass der Niedriglohnsektor in Deutschland bald größer sein könnte als in den USA.
Die Studie untersuchte die Niedriglohnbereiche in fünf europäischen Staaten. In Deutschland wuchs der Bereich innerhalb von zehn Jahren um sieben Prozent. Für das Jahr 2005 lag der Anteil von Billiglöhnern an der Gesamtbeschäftigtenzahl bei 22 Prozent. Trotz konjunkturellem Aufschwung stieg diese Zahl seit dem noch mal an. Dem Zeitungsbericht zufolge reiht sich Deutschland damit auf den hinteren Plätzen ein. In anderen untersuchten Ländern wie Frankreich oder Dänemark ist der Anteil der Niedriglohnarbeiter nur halb so hoch oder sogar noch niedriger.
Zu den Niedriglöhnern zählt, wer weniger als zwei Drittel des durchschnittlichen Stundenlohns verdient. Für 2006 lag die Niedriglohnschwelle im Osten bei 6,81 Euro und im Westen bei 9,61 Euro pro Stunde. Nach Ansicht des IAQ sind ein gesetzlicher Mindestlohn und mehr allgemein verbindliche Tarifverträge probate Mittel, dem wachsenden Trend der Niedriglöhne entgegenzuwirken.
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