Nach Ansicht von Rolf-Ernst Breuer, Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken und Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, sei der Zustand der Bankenbranche besorgniserregend. Breuer sagte in einem einem Interview in der neuen, am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern, dass es die Branche verpasst habe, sich rechtzeitig auf ein neues globalisiertes Umfeld einzustellen.
In Anbetracht des völlig überbesetzten deutschen Bankenmarktes mahnte Breuer weitreichende Reformen bei den Banken an. Es könne künftig nicht mehr in jeder Kleinstadt an jedem Marktplatz fünf verschiedene Bankfilialen geben. Diese Umstrukturierung beinhalte nach Breuer auch mögliche Entlassungen. Im Aufsichtsrat der Deutschen Bank werde über die Umorganisation bereits intensiv diskutiert. Wann jedoch mit Ergebnissen zu rechnen sei, wollte Breuer nicht präzisieren.
Breuer wollte nicht ausschließen, dass die Deutsche Bank einen möglichen Holdingsitz in Zukunft ins Ausland verlegen könnte. Ursache dafür seien zu hohe Steuern und Abgaben und die Mitbestimmung in Aufsichtsräten. In jedem Fall werde aber das Privatkundengeschäft in Deutschland bleiben.