Wärmedämmung, neue Heizung, neues Dach: An einem Haus ist immer etwas zu tun. Wenn dann noch die Fundamente feucht werden, dann sollten Hausbesitzer rechnen: Ein Neubau ist manchmal günstiger.
Aus Sicht von Experten lohnt eine Sanierung schon dann nicht mehr, wenn allein die energetische Modernisierung eines Ein- bzw. Zweifamilienhauses mehr als ein Drittel der Kosten eines vergleichbaren Neubaus verschlingt. Kommen dann noch aufwendige Grundrissänderungen und die Modernisierung von Bad oder Küche hinzu, steigt der Aufwand oft unverhältnismäßig. Fachmännisch betreut kann ein Neubau günstiger sein als die Sanierung. Vorausgesetzt, das neue Haus entsteht nach neuesten Standards. Rund 1,8 Millionen Wohnhäuser in Deutschland sind nicht mehr wirtschaftlich zu sanieren. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen in einer Studie.
In Guter Lage ist der Neubau das nachhaltigere Weg
Entscheidend dabei ist auch die Lage der Immobilie. Ist das Grundstück hoch bewertet, kann ein Neubau durchaus die wirtschaftlichere und nachhaltigere Lösung sein. Aus Sicht der Experten lohnt eine Sanierung schon dann nicht mehr, wenn allein die energetische Modernisierung eines Ein- bzw. Zweifamilienhauses mehr als ein Drittel der Kosten eines vergleichbaren Neubaus verschlingt. Kommen dann noch aufwendige Grundrissänderungen und die Modernisierung von Bad oder Küche hinzu, steigt der Aufwand oft unverhältnismäßig.
Häuser und Wohnungen aus den 50er-Jahren verfügen meist über eine kleine Wohnfläche mit vielen Räumen und tragenden Wänden. Neubauten haben dagegen in puncto Wärmedämmung, Haustechnik und Grundrissgestaltung von vornherein mehr zu bieten. "Eigenheimbesitzer lassen ihre Immobilie vor einer teuren Bestandssanierung am besten von einem Experten begutachten. Er prüft, ob eine geförderte Modernisierung Sinn macht oder ob ein Neubau nach modernen Standards wirtschaftlicher ist", rät der BHW-Experte Bernd Neuborn. Viele Faktoren entscheiden "Pauschal kann eine Entscheidung für oder gegen Neubau ohnehin nicht getroffen werden", bestätigt auch Architekt Christoph Bagge die Dringlichkeit eines Gutachtens. "Das muss immer im Einzelfall entschieden werden. Da spielen viele Faktoren mit. Auch die Frage, ob und wie lange der Eigentümer sein Haus selbst bewohnen will und ob beispielsweise seine Wünsche an die Barrierefreiheit erfüllbar sind." Sanierung - oder Abriss und Neubau? Die Entscheidung für den Abriss und Neubau einer Immobilie ist stets sorgfältig zu prüfen und erfordert sachverständige Beratung. Christoph Bagge von kbg architekten in Oldenburg rät, folgende Fragen zu beachten: - Ist das Grundstück des Hauses zentral gelegen, mit guter Infrastruktur und Verkehrsanbindung? - Steht das Gebäude unter Denkmal-schutz? - Wann ist die Immobilie zuletzt modernisiert worden? Steht eine substanzielle Sanierung an? - Wie soll das Gebäude genutzt werden? Welche Umbauten sind geplant? Soll die Immobilie in Zukunft barrierefrei sein? - Entsprechen Wärmedämmung sowie Be- und Entlüftung der Immobilie den geforderten Standards? Ist eine neue Heizungsanlage notwendig? - Sind Fenster, Wände und Geschoßdecken schallisoliert? - Erlaubt die Grundstücksgröße einen Anbau? Kann das Gebäude durch ein weiteres Geschoss erweitert werden? Eine Bauherrenberatung mit fachlicher Einschätzung schlägt mit Kosten ab circa 650 Euro zu Buche. Ein Architekten-Entwurf für Umbau und Modernisierung inklusive der Klärung von baurechtlichen Möglichkeiten ist mit circa 5.000 Euro zu veranschlagen. Experten in ihrer Nähe finden Eigenheimbesitzer auf der Internetseite der Bundesarchitektenkammer unter www.bak.de.