In einer Kleinen Anfrage hat sich die Bundestagsfraktion "DIE LINKE" nach einer ersten Bilanz des KfW-Studienkreditprogramms erkundigt. Das Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet Studierenden im Erststudium zinsgünstige Kredite an. Die Abgeordneten wollten unter anderem wissen, ob sich ein statistischer Zusammenhang zwischen Studiengebühren und Anträgen auf einen Studienkredit herstellen lässt.
In der Antwort musste die Bundesregierung zugeben, dass bisher kaum statistische Daten zu dem Studienkreditprogramm verfügbar sind. Sie stützt sich auf Angaben der KfW und des Statistischen Bundesamtes, die wenig Aufschluss über die finanzielle Situation der Studierenden zulassen. So konnte sie nicht sagen, wie viele BAföG-Empfangende unter den Kreditnehmern sind und wie hoch der Anteil der Kreditnehmer an der Gesamtzahl der Studierenden aufgeschlüsselt nach Bundesländern beträgt.
Insgesamt wurden bis zum Stichtag 30.09.2007 knapp 31.000 Zusagen für den KfW-Studienkredit erteilt. Davon ging mit insgesamt 28.000 Zusagen der größte Teil der Kredite an Studierende staatlicher Hochschulen. Institute in privater oder kirchlicher Trägerschaft spielten demnach kaum eine Rolle. Bis auf zwei Universitäten - Köln und München - hatte keine Hochschule mehr als zwei Prozent Studenten, die einen KfW-Studienkredit aufgenommen haben.
Insgesamt 3.510 Kreditanträge wurden bis zum 30. September 2007 nicht zugesagt, das sind rund zehn Prozent der insgesamt 35.800 gestellten Anträge. Von diesen 3.510 Anträgen wurden etwa zehn 10 Prozent endgültig abgelehnt. Ferner seien unvollständige Anträge, in denen sich Rückfragen ergaben, Anträge in Bearbeitung und zurückgezogene Anträge in dieser Zahl enthalten, so die Bundesregierung.
Aufgeschlüsselt nach Bundesländern wurden die meisten KfW-Studienkredite in Nordrhein-Westfalen vergeben. Jede fünfte Kreditzusage geht an Studierende in diesem Bundesland. Auf dem zweiten und dritten Platz liegen mit Baden-Württemberg und Bayern zwei weitere Länder, in denen bereits Studiengebühren an staatlichen Hochschulen erhoben werden. Die drei Spitzenreiter weisen allerdings auch die höchsten Studierendenzahlen aus, weswegen ein direkter Zusammenhang zwischen Kreditvergabe und Studiengebühren nicht erkennbar ist.
Am seltensten nehmen die Saarländer den Studienkredit in Anspruch. Lediglich rund 0,75 Prozent der Studierenden an saarländischen Hochschulen nutzt einen solchen Kredit. Mit Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg liegen drei weitere Länder ohne Studiengebühren auf den hintersten Rängen, wenn es um das Studieren auf Pump geht. Sie sind aber auch die Länder mit den geringsten Studierendenzahlen.
Die Bundesregierung wies die Vermutung zurück, die Studierenden würden den KfW-Kredit auch wegen der Belastung durch Studiengebühren aufnehmen. Für die Gebührenfinanzierung gebe es in den betreffenden Ländern entsprechende Studiengebührendarlehen, auf die die Studierenden zurück greifen könnten. Bald sollen die Ergebnisse einer Online-Umfrage des Hochschul-Informations-Systems (HIS) zu Krediten im Studium veröffentlicht werden, die im Rahmen eines vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekts durchgeführt wurde.