Die rund 2.000 Kapitalanleger der Reiherbach-Immobilien, deren Guthaben zur Auszahlung stehen, können wahrscheinlich nur über den gerichtlichen Weg an ihr Geld kommen. Die VKK (Vereinigung geschädigter Kapitalanleger und Kreditnehmer e.V.) versuchte sich daraufhin, gegen die Hinhaltetaktik des Unternehmens zu organisieren. Nun kamen erste Betrugsvorwürfe zu Tage.
Die Firma Reiherbach ließ in einem Schreiben verlauten, dass sie im Moment nicht in der Lage sei, die fälligen Guthaben auszuzahlen. Als Grund wurde die schlechte wirtschaftliche Situation auf dem Immobilienmarkt genannt. Nach ersten Untersuchungen sollen neue Verkehrsgutachten den Immobilienstand weiter abwerten. Das bedeutet, dass keine Wertschöpfung mehr stattfindet, und auch einmal geschätzte Werte und stille Reserven nicht mehr vorhanden sind.
Wütende Anleger, die nicht auf ihr Geld warten wollen, reichten Zivilklagen gegen das Unternehmen ein. Dies zeigte Wirkung, da kurz nach Zustellung der Klagen erstmals offene Forderungen beglichen wurden. Diese Zahlungen scheinen demnach noch aus den laufenden Einnahmen aus verschiedenen Immobilien-Sparplänen zu stammen. Da immer mehr Anleger über das Gericht ihr Geld einfordern wollen, gerät das Unternehmen zunehmend unter Druck. Eine Zahlungsunfähigkeit wäre dabei nicht auszuschließen, was hieße, dass diejenigen Anleger, die nicht die ausstehenden Zahlungen einfordern, womöglich auf der Strecke bleiben.
Die VKK wurde 1996 gegründet. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Anlegern, die aufgrund fragwürdiger Ereignisse am Kapitalmarkt einen Großteil ihrer Investitionen verloren haben, ein Forum zu bieten, um juristische Ansätze zu formulieren und gegebenenfalls Prospektionshaftungs- und andere Ansprüche zu realisieren. Die VKK recherchiert, informiert, stellt Formulare und Kontakte zur Verfügung. Weiterhin organisiert sie Klagegemeinschaften, um die Kosten für Recherche und juristische Betreuung zu minimieren und das gesammelte Wissen mit einem gemeinsamen Sprachrohr optimal einsetzen zu können. (dh)
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