Autohäuser nutzen Vertriebspotenzial noch nicht 

Der Vertrieb von Finanzdienstleistungen über den

Kfz-Handel gewinnt weiter an Bedeutung. Rund 60 Prozent der

Autohäuser bieten bereits Beratungsleistungen zum Thema Versicherung

und Finanzierung an. Hersteller und Händler wollen sich damit ein

zweites Standbein im umkämpften Automobilmarkt aufbauen. Jedoch ist die

Mehrzahl der Marktteilnehmer noch weit entfernt von dem Idealmodell, sämtliche Finanzdienstleitungen rund um das Auto aus einer Hand anzubieten. So liegt der

Anteil verkaufter Kfz-Versicherungen bei Erwerb eines Neuwagens

lediglich bei 20 Prozent. Zur Steigerung des Versicherungsabsatzes

empfiehlt sich nach Einschätzung von Steria Mummert Consulting,

Kfz-Versicherungen als Komponente von Mobilitätspaketen anzubieten.



Im Vertrieb von autonahen Finanzdienstleistungen durch Kfz-Händler

sind die Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Der besondere

Vorteil der Verkäufer ist dabei die frühe und intensive Nähe zum

Kunden. Optimierte Organisations- und Betreuungsstrukturen, die den

Automobilverkäufer zur Ansprache von Finanzprodukten befähigen,

lassen ein Autohaus zum echten Kundenmanager wachsen. Nach

Schätzungen von Experten können Autohäuser, die in der Lage sind, die

gesamte Bandbreite von Finanzprodukten anzubieten, ihre Umsatzrendite

um bis zu vier Prozent verbessern.



Von einem breiten Leistungsangebot profitiert auch der Kunde.

Viele Käufer wünschen sich Finanzierungs-, Leasing- und

Versicherungsangebote dort erwerben zu können, wo der Autokauf

stattfindet. Knapp 40 Prozent der potenziellen Neuwagenkäufer finden

es wichtig, dass ihnen der Kfz-Händler ein so genanntes

Mobilitätspaket anbietet, das die relevanten Dienstleistungen rund

ums Auto beinhaltet. Allerdings hat sich gezeigt, dass nur die Hälfte

der Händler solche Dienstleistungen tatsächlich aktiv anbieten.

Wesentliche Hindernisse stellen heute noch die Zeitspanne zwischen

Kfz-Verkauf und Zulassung sowie die verhältnismäßig geringen

Provisionserträge für die Autohäuser dar.



Um den Vertrieb von Finanzprodukten in den Autohäusern zu stärken

und eine beidseitig erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Händler und

Versicherer zu ermöglichen, sind neue Kooperationsmodelle gefragt.

Ziel der neueren Modelle ist es, sich in erster Linie an der

"Besetzung der Kundenschnittstelle" zu orientieren. Hierbei erfolgt

die Zusammenarbeit in differenzierten Intensitätsstufen bis hin zu

einem agenturähnlichen Modell innerhalb der Autohäuser.

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