2007 treten die Eigenkapitalregeln Basel II in Kraft. Daraus werden sich auch Änderungen für Privatkontokunden ergeben: Wer häufig und lange sein Konto überzieht, muss künftig damit rechnen, dass die Dispo-Zinsen erhöht werden. Außerdem droht ein negatives Scoring.
Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) sind Planungen der Banken, wie sie mit den neuen Eigenkapitalvorschriften umgehen wollen, bereits in vollem Gange. Die Basel II sehen nämlich vor, dass Kredite, die 90 Tage nicht bedient werden, als Ausfall gelten – auch wenn es sich um Kontenüberziehungen handelt. Künftig wird die Bank die Wahl haben, ob sie den Dispokredit in einen Ratenkredit umschuldet oder den Dispositionsrahmen erhöht.
Alle Konten, die mehr als 90 Tage im Verzug sind, müssen von den Banken in der Regel mit mehr Eigenkapital hinterlegt werden. Thomas Reinicke vom Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) geht davon aus, dass die höheren Eigenkapitalkosten an die Kunden weitergegeben werden: "Wenn für die Kunden mehr Eigenkapital hinterlegt werden muss, werden sich möglicherweise die Kreditzinsen etwas erhöhen".
Unklar ist hingegen, ob für den Kredit über den Disporahmen hinaus Eigenkapital hinterlegt werden muss. Die Banken sind in Gesprächen mit dem Finanzministerium. Eine entsprechende Regelung wird in den nächsten Wochen erwartet.