Seit Anfang des Jahres haben die gesetzlichen und privaten Krankenversicherung die Möglichkeit, auf dem Gebiet der Zusatzversicherungen zusammenarbeiten. Diese Gelegenheit haben viele gesetzliche Krankenkassen erfolgreich genutzt. Das schreibt die Ärzte Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe.
Nach Ansicht von Dr. Herbert Rebscher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DAK, könne Folge der erfolgreichen Kooperation sein, dass es in Zukunft für Gesundheitspolitiker schwieriger wird, weitere Leistungskürzungen aus dem Katalog der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vorzunehmen, um sie der Eigenverantwortung zu überlassen. Gesetzlich Versicherte, die eine private Zusatzversicherung gewählt haben, erführen jetzt selbst, dass es auch bei den privaten Kassen Risikoprüfungen und Tarifunterschiede gibt.
Nach Meinung von Walter Schwarz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern, finde jetzt auch bei den Kassenmitarbeitern ein Umdenken statt. Durch die Zusammenarbeit der AOK Bayern mit der Versicherungskammer Bayern bei den privaten Zusatzversicherungen würden die Mitarbeiter der AOK Bayern erkennen, dass Alter, Geschlecht, Vorerkrankungen und Wartezeiten wesentliche Elemente der Tarifgestaltung bei den privaten Anbietern sind.
Durch den erfolgreichen Verlauf der Kooperation beflügelt, werde die AOK Bayern laut Schwarz weitere Produkte entwickeln, die nachgefragt werden, etwa ein Zahnersatztarif oder eine Zusatzversicherung für Senioren. Bei der Krankheitsversicherung werde es jedoch weiterhin bei der klaren Trennung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung bleiben.