EU stellt Rating-Agenturen unter Aufsicht 

Die Europäische Union will Ernst machen mit einer staatlichen Aufsicht über die Rating-Agenturen. Die Agenturen, die über die Bonität von Geldanlagen und Schuldnern entscheiden, brauchen künftig eine Zulassung für den europäischen Finanzmarkt. Das hat nach einem Bericht des Nachrichtensenders "n-tv" das Europäische Parlament heute in einer Verordnung festgelegt.

Über eine Regulierung der Rating-Agenturen ist in Europa diskutiert worden, seit im vergangenen Herbst die Finanzkrise die Union mit voller Wucht erwischt hat. Experten werfen den Agenturen vor, riskante amerikanische Hypothekenmarkpapiere zu lange zu gut bewertet zu haben.

Auf dem Finanzmarktplatz USA sind lediglich drei Rating-Agenturen zugelassen: Moody's, S&P (Standard & Poor's) und Fitch. Europäische Finanzexperten kritisieren, dass sich die Rating-Agenturen in der Hand großer Banken oder Fonds befinden. Damit bewerten die Agenturen Wertpapiere, an deren Entstehung ihre Hauptanteilseigner mitgewirkt haben.

Mit ihren Bewertungen bestimmen die drei großen Rating-Agenturen nicht weitgehend den Handel an den Finanzmärkten, sondern entscheiden über das Schicksal ganzer Staaten. So führt eine Abwertung der Bonität eines Staates dazu, dass dieser Staat schlagartig höhere Zinsen bezahlen muss.

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