Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen im Euroraum um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent angehoben. Das berichtet die Financial Times Deutschland (FTD) in ihrer Online-Ausgabe.
Die Finanzmärkte zeigten sich wenig überrascht von der Entscheidung, da der Präsident der Notenbank, Jean-Claude Trichet, einen solchen Schritt bereits Ende August angedeutet hatte. Damit hat die EZB die Zinsen seit dem vergangenen Dezember vier Mal in Folge um jeweils 0,25 Prozentpunkte erhöht. Experten rechnen mindestens noch mit einer weiteren Anhebung auf 3,5 Prozent im Dezember. Sie prognostizieren, das Wirtschaftswachstum werde weiter anhalten und gleichzeitig die Inflation im Euroraum auf deutlich über zwei Prozent steigen.
Aus dem aktuellen FTD-Euroindikator geht jedoch hervor, dass das Bruttoinlandsprodukt im Währungsraum 2006 voraussichtlich um 2,8 Prozent zulegen wird, vor allem gestützt auf zunehmenden Privatkonsum. Eine höhere Inflation sei aber zumindest bis Jahresende nicht in Sicht, weshalb eine Zinspause im Dezember möglich bleibt.
Die Bank of England hat ihren Leitzins dagegen wie erwartet bei 4,75 Prozent belassen. Dies teilte der geldpolitische Ausschuss der Notenbank nach einer Sitzung in London mit. Da die Inflation in Großbritannien seit Monaten bei 2,5 Prozent und damit über der von der Regierung angestrebten Zwei-Prozent-Marke liegt, wird die Bank im November aber wahrscheinlich eine Zinsanhebung beschließen.