Mit rund 53 Prozent höheren Baukosten für Einfamilienhäuser ist der Hausbau in Süddeutschland um einiges teurer als im Norden des Landes, so das Ergebnis einer aktuellen Erhebung der Landesbausparkassen (LBS Research). Nach Angaben von LBS Research wurden 2006 für neue Einfamilienhäuser in Bayern fast 1.500 Euro pro Quadratmeter veranschlagt, in Bremen und Sachsen-Anhalt hingegen weniger als 1.000 Euro. Das Süd-Nord-Gefälle bei den Grundstückspreisen spiegelt sich somit auch in den Baukosten für Eigenheime wieder.
In der Regel ist bei Baugrundstücken ein Preisunterschied zwischen Kernstadt und Umland zu beobachten. Ein intensiver Wettbewerb in der Bauwirtschaft setze den Baukosten aber auch in den Städten deutliche Grenzen, sagen die LBS-Experten. So fänden sich die drei Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen in der bundesweiten Tabelle der Quadratmeter-Baukosten erst auf den hinteren Plätzen.
Wie LBS Research ergänzend mitteilt, ergibt sich im Mehrfamilienhausbau bezüglich der regionalen Unterschiede der Baukosten ein etwas anderes Bild als im Einfamilienhausbau. Hier werde Bayern von Hamburg mit den höchsten veranschlagten Kosten überholt. Bremen befindet sich in diesem Wohnungsbausegment im Mittelfeld, während die Preise in den Ländern Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt unter der Schwelle von 1.000 Euro blieben.
Der Einschätzungen der LBS Studie zufolge kompensieren private Bauherren den relativ hohen Baukostenaufwand bei Eigenheimen in der Regel nicht durch entsprechende Einsparungen bei den Wohnflächen. Das Gegenteil sei der Fall: Die vier Länder mit den
höchsten Quadratmeter-Kosten – Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz – liegen mit 148 bis 150 Quadratmetern zugleich an der Spitze der durchschnittlichen Einfamilienhaus-Größen. Entsprechend deutlich fällt die Spreizung bei den durchschnittlichen Gesamtbaukosten für Einfamilienhäuser in Deutschland aus. Sie betragen nach Angaben der LBS-Experten in Bayern mit gut 220.000 Euro im Jahr 2006 85 Prozent mehr als in Mecklenburg-Vorpommern mit 119.000 Euro, wo mit durchschnittlich 117 Quadratmetern die kleinsten Eigenheime genehmigt wurden.
In diesen regional differenzierten Zahlen drückt sich nicht nur die unterschiedliche Wirtschaftskraft der Bundesländer aus, so LBS Research. Eine Rolle spiele auch die Wettbewerbssituation zum benachbarten teureren Ausland, wie sich etwa im Saarland und Rheinland-Pfalz an der Grenze nach Luxemburg zeige, wo Häuser 50 Prozent teurer sind als in Deutschland. Tiefergehende statistische Informationen zeigten zudem, dass die Bauherren-Ansprüche in den attraktiven Ferienregionen Nord- und Süddeutschlands mit relativ hohen Kosten einher gehen.
Insgesamt sind im Jahr 2006 nach den Berechnungen der LBS-Experten die veranschlagten Baukosten für Einfamilienhäuser nach einem jahrelangen Abwärtstrend im Durchschnitt erstmals wieder um 1 Prozent gestiegen, und zwar auf 1.239 Euro pro Quadratmeter. Es müsse sich zeigen, wie lange noch Kosten gedrückt und Preissteigerungen durch Abstriche bei den Qualitäts- und Ausstattungsansprüchen kompensiert werden könnten, so die Forscher. Im Mai 2007 habe der Baupreisindex gegenüber dem Vorjahr immerhin bereits um 7,8 Prozent zugelegt. Bis auf weiteres gelte jedoch, dass fast überall in Deutschland noch für rund 1.000 Euro pro Quadratmeter Einfamilienhäuser geplant werden könnten, wenn die Bauherren bei ihren Ansprüchen Kompromissbereitschaft zeigten.