Die KfW Förderbank hat zum fünften Mal den
KfW-Award vergeben, mit dem innovative und zukunftsweisende Projekte
von privaten Bauherren und Eigentümern ausgezeichnet werden.
Der mit insgesamt 27.000 Euro dotierte Award, den
KfW-Vorstandssprecherin Ingrid Matthäus-Maier in Berlin im Beisein
von Achim Großmann, Parlamentarischer Staatssekretär im
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, überreichte,
stand in diesem Jahr unter dem Motto "Die Wiederentdeckung der Stadt - urbanes Wohnen in den eigenen vier Wänden".
Der erste Preis in Höhe von 10.000 Euro ging an die Familie
Schulte in Berlin. Ausgezeichnet wurde ihr Mehrfamilienhaus mitten in
Berlin. Auf dem Friedrichswerder entstand ein neues Stadthaus. Für
die Preisträger war vor allem die zentrale Lage des neuen Heims
ausschlaggebend für die Wiederkehr in die Stadt, da sich neben dem
Arbeitsplatz auch die vielfältigen Angebote des städtischen Lebens in
unmittelbarer Nähe befinden. Die Jury betonte, dass es sich hierbei
um eine sehr gelungene, unaufdringliche und zugleich individuelle
Erscheinung eines großstädtisches Reihenhauses handelt.
Den mit 7.000 Euro dotierten zweiten Preis erhielten Thomas
Teschner und Carsten Martin für ihr Mehrfamilienhaus in Leipzig. Sie
erwarben ein ehemaliges Fabrikgebäude aus dem Jahr 1910 nebst
Hofanlage und Nebengebäuden, sanierten und rekonstruierten das Areal
liebevoll und verwirklichten ihren langjährigen Traum vom Wohnen und
Arbeiten unter einem Dach. Da das Gebäude an einen Park angrenzt und
der Innenhof begrünt wurde, leben die Besitzer zentral und doch im
Grünen. Nach Ansicht der Jury ein gelungenes Beispiel einer
behutsamen Baudenkmalsanierung, die andere Bauherren zur
Stadtteil-Weiterentwicklung motiviert und damit Impulse zur
Aufwertung des Quartiers setzt.
Mit dem dritten Preis und 5.000 Euro würdigte die Jury das
freistehende Einfamilienhaus von Yvonne und Armin Stoll in Waldkirch.
Das zu einem Wohnhaus umgenutzte Gebäude, eine aus den 70er Jahren
stammende Werkstatt, liegt zentral inmitten eines ehemaligen
Gewerbeviertels an einem alten Kanal und bietet nun genügend Raum für
eine vierköpfige Familie. Laut Jury eine ausgesprochen intelligente
Lösung, die mit wenigen, gezielt eingesetzten Mitteln verwirklicht
wurde und durch ihre Einfachheit besticht, und die zu einer
Aufwertung des Stadtkerns beiträgt.
Den vierten Preis und 3.000 Euro erhält das Mehrfamilienhaus der
GbR Sandberghof, vertreten durch Hedi Germer in Darmstadt. Fünf Paare
im Alter zwischen 49 und 65 Jahren schlossen sich zu einer privaten
Bauherrengemeinschaft zusammen, um eine ehemalige städtische
Liegenschaft aus dem Jahre 1758 zu sanieren und hier eine
gemeinschaftliche Wohnform für das Alter zu entwickeln. Die bisherige
Wohnsituation als Mieter in unterschiedlichen Kleinstadt- und
Stadtrandlagen wurde bewusst gegen eine Innenstadtlage getauscht, in
der eine gute Infrastruktur ein Leben ohne Auto ermöglicht. Das
Projekt zeigt beispielhaft, wie die Gestaltung der Alterslebensphase
in einer entwickelten Sozialstruktur mit guten nachbarschaftlichen
Beziehungen umgesetzt werden kann.
Den fünften Preis und 2.000 Euro erhielt die Hausgemeinschaft
Fidicinstraße für ihr Mehrfamilienhaus in einem Gründerzeitkomplex
eines denkmalgeschützten Wohngebietes in Berlin
Friedrichshain-Kreuzberg. Die Bewohner der Hausgemeinschaft
entschlossen sich bewusst für ein gemeinschaftliches Wohnen in der
Großstadt. Nach der Meinung der Jury ein vorbildliches Beispiel für
die Revitalisierung von Gründerzeithäusern und die Realisierung einer
Vielfalt an Lebensvorstellungen. Das nachbarschaftliche Wohnen, das
einen Beitrag zur Aufwertung des gesamten Viertels leistet, ist
zukunftsweisend: Jung und Alt wohnen nebeneinander,
generationsübergreifend, familien- und kinderfreundlich.