Die Spitzen der Regierungskoalition haben sich auf eine Verwendung der Mittel aus Riesterverträgen für den Kauf oder die Entschuldung einer Immobilie verständigt. Gemäß dem Koalitionsbeschluss können Riester-Sparer das angesparte Kapital zu 100 Prozent aus dem Vertrag entnehmen und damit ein Haus oder eine Wohnung kaufen. Ein früherer Gesetzesentwurf sah nur die Entnahme von 75 Prozent des Kapitals für den Hauskauf vor. Die neue Regelung soll nun das Gesetzesverfahren passieren und nach Möglichkeit rückwirkend zum Januar in Kraft treten.
Wer von der neuen "Wohn-Riester"-Möglichkeit Gebrauch macht, muss die Mittel, die für den Hausbau/-kauf verwendet werden, allerdings auch versteuern. Um Hauskäufer gegenüber anderen Riester-Sparern nicht zu benachteiligen, wird die Steuer aber erst bei Rentenbeginn fällig. Dafür soll beim Finanzamt ein Wohnförderkonto gebildet werden, auf dem die steuerlich geförderten Beträge erfasst werden. Pünktlich zum Rentenbeginn schlägt das Finanzamt steuerlich zu. Der Riester-Sparer hat dann die Wahl, die Steuerschuld sofort oder verteilt über einen Zeitraum von 17 bis 23 Jahren zu begleichen. Wählt er die Sofortzahlung bekommt er einen Rabatt von 30 Prozent.
Die Wohnungsbauprämie wird auch weiterhin gewährt. Bis zu 45 Euro pro Jahr bekommt, wer mindestens 50 Euro jährlich in einen Bausparvertrag einzahlt. Allerdings sollen Mittel aus so geförderten Bausparverträgen künftig nur noch für Immobilienzwecke verwendet werden dürfen, wozu unter Umständen auch noch die Einrichtung einer Immobilie zählen kann. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins FOCUS will die CDU/CSU im Gesetzgebungsverfahren noch darauf hinwirken, dass diese Zweckbindung für Bausparer unter 25 Jahren wegfällt.
Als weiteren Sparanreiz soll es künftig auch einen einmaligen Bonus von 100,- Euro für Riester-Sparer geben, die jünger als 21 sind und einen sozialversicherungspflichtigen Job haben oder Beamte sind. Insgesamt veranschlagt das Finanzministerium Kosten für die "Wohn-Riester"-Förderung von 880 Millionen Euro und für die Wohnbauprämie von noch mal 500 Millionen Euro.