Der Handel mit Not leidenden Krediten (Distressed Debt) von
Unternehmen wird sich in den kommenden beiden Jahren abschwächen: Die
Banken rechnen mit einem deutlichen Rückgang des Transaktionsvolumens
bei Unternehmenskrediten von heute rund 21 Milliarden Euro auf 7,5
Milliarden Euro im Jahr 2007 und etwa 10 Milliarden Euro im
Folgejahr.
Dies ist das Ergebnis einer Trendstudie von Roland Berger
Strategy Consultants über Distressed Debt in Deutschland aus
Bankensicht. Das größte Handelshindernis sind aus Sicht der Befragten
die unterschiedlichen Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern.
Daher wünscht sich mehr als die Hälfte der befragten Manager eine
Kreditbörse für Distressed Debt, die den Handel einfacher und
transparenter gestalten würde.
Als wichtigstes Kriterium (41,2 Prozent) beim Verkauf Not
leidender Kredite nannten die Befragten die Reputation des Käufers.
Für die Banken ist es zudem wichtig, dass ihr eigener Ruf durch den
Verkauf nicht leidet und der Käufer in der Abwicklung sehr erfahren
ist (jeweils 29,4 Prozent). "Vor allem Spezialinstitute möchten ihr
eigenes Reputationsrisiko minimieren und suchen Käufer mit hoher
Sanierungskompetenz, um negative Auswirkungen auf ihr Geschäft zu
vermeiden", sagt Nils Kuhlwein von Rathenow, Partner im
Kompetenzzentrum Restructuring & Corporate Finance bei Roland Berger
Strategy Consultants und Co-Autor der Studie. Nur für 15 Prozent der
Banken ist der Preis das allein entscheidende Verkaufskriterium.
Für die Trendstudie hat Roland Berger Strategy Consultants im Jahr 2006 47 für Distressed Debt Verantwortliche an renommierten Banken aus Deutschland befragt. Die Hälfte (48 Prozent) der befragten Manager befasst sich seit über fünf Jahren mit Distressed Debt.