Schlecht beraten: Stiftung Warentest prüft Banken 

Bei einem Test der Kreditberatung von 13 großen Kreditinstituten in Deutschland hat die Stiftung Warentest zum Teil gravierende Mängel festgestellt: Nur drei von 13 Banken haben Kunden "gut" beraten, die sich 5.000 Euro borgen wollten. Mehr als die Hälfte kam noch nicht mal auf ein "befriedigend". Bei zweien war die Beratung "mangelhaft". Auf ihrer Pressekonferenz bemängelten die Tester vor allem heimliche SCHUFA-Anfragen sowie teure Restschuldversicherungen.

Wie der Test ergab, war die Beratungsqualität sehr unterschiedlich. Zwischen 10 und 45 Minuten dauerten die Beratungsgespräche, an deren Ende häufig nicht einmal der tatsächliche effektive Zins mitgeteilt wurde. Auch ein ausgedrucktes Kreditangebot war nicht selbstverständlich. Dies sei auch deswegen problematisch, weil in der Regel mehrere Kreditangebote eingeholt und verglichen werden sollten, bevor man sich für eines entscheidet, zeigte sich Stephan Kühnlenz, Leiter der Abteilung Finanzdienstleistungen, irritiert.

Ein zentraler Kritikpunkt: die SCHUFA-Anfragen. Berater von sieben der 13 Banken hielten sich nicht an das Bundesdatenschutzgesetz und fragten heimlich bei der Schufa an. Sie taten dies stets mit dem Anfragemerkmal "Kredit", welches den SCHUFA-Scorewert und damit die Chance des Verbrauchers auf einen preiswerten Kredit verschlechtert. Holt jemand ein Kreditangebot ein, wie in den Tests geschehen, so darf nur mit dem Anfragemerkmal "Kreditkonditionen" bei der SCHUFA Auskunft eingeholt werden – und auch nur mit Zustimmung der betroffenen Person.

Trotz klarer Vorgaben ignorierten die Berater in 36 von 91 Testgesprächen den Wunsch der Kunden, keine Restschuldversicherung abschließen zu wollen. Bei einer Bank stieg der Effektivzins dadurch im schlimmsten Fall von 11 auf 23 Prozent. Restschuldversicherungen seien grundsätzlich unnötig, zumindest bei der guten Finanzsituation der Testpersonen und der Praxis der Kreditinstitute, sich ein höheres Kreditrisiko über höhere Zinsen bezahlen zu lassen, kritisierte FINANZtest-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen.

Eine "gute" Kreditberatung bekamen die Tester bei der Commerzbank, der Berliner Sparkasse und der Postbank. Letztere verzichtete bei allen Beratungsgesprächen auf den Abschluss einer Restschuldversicherung. Die Dresdner Bank und Santander Consumer Bank bestanden auf Kreditversicherungen und fragten heimlich SCHUFA-Daten ab. Sie bekamen ein "Mangelhaft".

Finanziell gut gestellte Testkunden führten insgesamt 91 Beratungsgespräche in je sieben Filialen der getesteten Kreditinstitute, um einen relativ niedrigen Kredit (5.000 Euro) aufzunehmen. Die detaillierten Ergebnisse finden sich in der aktuellen FINANZtest-Ausgabe.

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