Bundesbank-Vorstand Edgar Meister hat Sparkassen und Volksbanken aufgefordert, Ratingsysteme zur Bestimmung von Kreditrisiken stärker als geplant zu nutzen. Durch die Nutzung entsprechender Systeme könnten die Banken größere Einsparungen beim Kapitalbedarf erzielen. Dies berichtet die Financial Times Deutschland (FTD).
Die ab 2007 geltenden neuen Eigenkapitalregelungen für Banken (Basel II) sehen vor, dass die Institute die Kreditausfallrisiken ihrer Kunden genauer bestimmen und diese an die Bankenaufsicht melden müssen. Danach richtet sich dann auch die Höhe des Eigenkapitals, das die Banken zur Absicherung des Kreditausfallrisikos vorhalten müssen.
Dem Bericht der FTD zufolge können Kreditinstitute mit den Ratingsystemen bis zu sieben Prozent beim Kapitalbedarf einsparen. Gleichwohl sind nur wenige Sparkassen und Volksbanken bereit, die anspruchsvollen Ratingsysteme zu nutzen. Von rund 2.300 Instituten haben nur 40 die Freigabe interner Ratingsysteme bei der Bankenaufsicht beantragt. Bei früheren Umfragen gaben noch fast 900 Institute an, entsprechende Systeme einführen zu wollen.
Gerade bei den Sparkassen und Volksbanken stößt das Desinteresse an Ratingsystemen auf Unverständnis, da die jeweiligen Verbände entsprechende Systeme entwickelt haben und ihren Mitgliedsbanken auf Wunsch zur Verfügung stellen.