Die Sparkassen wollen offenbar notleidende Immobilienkredite auslagern. Wie das "Handelsblatt" berichtet, stehe das zur Sparkassengruppe gehörende Unternehmen Bad Homburg Inkasso (BHI) bereit, derartige Problemfälle künftig zu bearbeiten.
BHI wolle zunächst einmal ein Pilotprojekt mit der Sparkasse Köln-Bonn starten. Im Rahmen dieses Projekts sollen sogenannte faule Hypothekenkredite ausgelagert und von den BHI-Mitarbeitern bearbeitet werden. Läuft das Projekt gut, strebt BHI in fünf Jahren den Aufbau von zwölf bis 15 weiteren Bearbeitungsstandorten an.
Sparkassen-Kredite werden nicht verkauft
BHI betont, dass die Immobilienkredite von der Sparkasse nicht verkauft werden. Für den Kreditnehmer bleibt die Sparkasse der Ansprechpartner. Lediglich die Bearbeitung des Kredits wird außerhalb der Sparkasse erfolgen. Dies verursache geringere Kosten. Durch effizientere Strukturen kann ein BHI-Mitarbeiter rund 11.000 Forderungen bearbeiten, während es bei normalen Sparkassen oft nur 550 Forderungen pro Mitarbeiter sind, so das "Handelsblatt".
Mit der Auslagerung soll auch kein Arbeitsplatzverlust bei den Sparkassen verbunden sein. BHI will zur Bearbeitung der ausgelagerten Kredite auch Mitarbeiter der Sparkassen übernehmen. Schlechtere Bezahlung müssten die übernommenen Mitarbeiter auch nicht fürchten. "Als Tochter der Deutschen Sparkassen Leasing gilt für die Mitarbeiter deren Haustarifvertrag, der die Beschäftigten sogar etwas besser stellt als der übliche Sparkassentarif", sagte BHI-Leiter Inkasso Individual, Jürgen Nosber, gegenüber dem "Handelsblatt".