Nach langem Hin und Her ist nun entschieden, wer neuer Besitzer der Landesbank Berlin (LBB) wird. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) den Zuschlag erhalten. Damit bleibt auch die Berliner Sparkasse und so auch deren Logo in öffentlich-rechtlicher Hand. Das Berliner Abgeordnetenhaus muss dem Verkauf des landeseigenen Instituts noch zustimmen.
Der Berliner Senat kommt an diesem Freitag zu einer Sondersitzung ,,zum Stand der Verhandlungen über den Verkauf der Landesbank‘‘ zusammen. Danach wird der Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin Einzelheiten zu dem Geschäft bekannt geben. Bis zuletzt stand im Raum, der Senat wolle die LBB an die Börse bringen, falls kein Übernahmeangebot gut genug gewesen wäre. Nach Angaben der Süddeutschen Zeitung (SZ) wurde dieser Plan vom Management der LBB favorisiert.
Der DSGV wollte vor allem eine Privatisierung der LBB und damit der Berliner Sparkasse verhindern. Schließlich hätte das bedeutet, dass künftig ein privates Kreditinstitut sich mit dem Emblem der öffentlich-rechtlichen Sparkassen, dem roten "S", hätte schmücken dürfen. Finanzkreisen zufolge soll der DSGV zuletzt 4,5 Milliarden Euro geboten haben – mehr als die beiden verbliebenen Bieter, die Landesbank BadenWürttemberg und die Commerzbank, zu zahlen bereit waren. Andere Interessenten, darunter die internationalen Finanzinvestoren Christopher Flowers und Cerberus, sprangen schon früher ab.
Der Verkauf der LBB geht auf den "Berliner Bankenskandal" zurück. Aufgrund von Immobilienspekulationen führender Manager stand die LBB vor dem Ruin, wovor sie nur milliardenschwere Subventionen des Landes Berlin bewahrten. Die EU hat diese Beihilfen für LBB für unvereinbar mit ihren Wettbewerbsregeln erklärt. Wenn das Land Berlin die LBB nicht verkauft, müssen die Beihilfen zurückgezahlt werden, lautete die Vorgabe aus Brüssel.
Wiederholt pochte die EU darauf, dass bei dem Verkauf strenge Regeln gelten. Das Recht des zukünftigen Käufers, die Marken der LBB weiter zu führen, musste vor Gericht durchgesetzt werden. Auch die Berliner Forderung nach einer Arbeitsplatzgarantie und dem Erhalt des Geschäftssitzes in Berlin sorgte für Ärger, wie banktip.de berichtete.