Erneut hat der Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) die Banken aufgefordert, Kredite zu angemessenen Konditionen an Unternehmen zu vergeben. Gleichzeitig drohte er den Banken an, dass er es nicht bei Appellen belassen werde. Das berichtet "Spiegel Online".
Schon in der vergangenen Woche wies Steinbrück auf die Kreditklemme der Unternehmen hin. Die Banken verknappten derzeit die Kredite und bremsten damit die wirtschaftliche Erholung. Daher schlug der Finanzminister eine direkte Geldvergabe des Staates an notleidende Firmen vor. Dafür solle die Bundesbank Unternehmensanleihen kaufen, schreibt das Online-Magazin.
In einem Brief an die Spitzenverbände der Kreditwirtschaft kündigt Steinbrück nun an, die Praxis der Institute bei der Kreditvergabe unter die Lupe zu nehmen. "Sie werden Verständnis dafür haben, dass ich es nicht bei Appellen belasse. Ich werde die Entwicklung bei der Kreditvergabe im Auge behalten, mir berichten lassen und mich vor diesem Hintergrund eng mit der Bundesbank beraten", heißt es in dem Brief. Der Minister will am 1. September mit den Verbänden der Banken und Wirtschaft das Ergebnis seiner Evaluierung besprechen.
Weiterhin wies Steinbrück in dem Brief darauf hin, dass die Bundesregierung zahlreiche Maßnahmen ergriffen habe, um den Banken den Weg durch die Krise zu erleichtern und das deutsche Finanzsystem zu stabilisieren. Daher sollen die Banken nun ihrerseits Kredite zu vernünftigen Konditionen an die Unternehmen vergeben. Dazu können die Banken auf das Bad Bank-Modell zurückgreifen.
Der Bundesverband deutscher Banken BdB reagierte verhalten auf Steinbrücks Forderungen. "Alle Banken sind daran interessiert, Kredite zu vergeben, solange das Risiko tragbar ist", sagte eine Sprecherin des BdB gegenüber "Spiegel Online". Wenn der Finanzminister die Gespräche zur aktuellen Lage an einem Tisch mit allen Beteiligten fortsetzen wolle, sei der BdB konstruktiv dabei.