Überschuldung ist in erster Linie auf niedriges oder unregelmäßiges Einkommen und unvorhergesehene Probleme wie Arbeitslosigkeit, Einkommensverlust, Trennung, Krankheit und zusätzliche Ausgaben zurückzuführen. Das hat eine Studie festgestellt, welche das Institut für Finanzdienstleistungen (iff) mit Unterstützung der norisbank AG (ab 23.01. TeamBank AG) vorgelegt hat.
Überschuldung treffe vor allem Haushalte, die unvorhergesehene Risiken nicht kompensieren können. Dies sind nach den Zahlen Niedrigverdienende, Alleinerziehende und Haushalte mit kleineren und mehreren Kindern. Die Autoren der Studie stellen zudem fest, dass Überschuldung seltener bei Menschen eintritt, die mit mehreren Erwachsenen eine "Risikogemeinschaft" bilden.
Das iff fordert vor diesem Hintergrund verbesserte Präventions- und Kompensationsmaßnahmen. Es wirbt für Instrumente wie Tilgungsfreistellung oder Zinsaufschub, die Kredite flexibler gestalten sollen und Einkommensausfälle ausgleichen. Außerdem müsste in den Schulen mehr finanzielles Wissen auch und gerade für Krisensituationen vermittelt werden.
Ausgewertet wurden anonymisierte Daten von ca 3.000 Personen, die wegen ihrer privaten Überschuldungssituation in den Jahren 2005/2006 eine Schuldnerberatungsstelle aufgesucht haben. Interessierte können den Bericht auf der Seite des iff kostenlos herunterladen.