US-Regierung greift Hauseignern unter die Arme 

Die US-Regierung will Hauseignern die Pfändung ersparen. Sie stellte nun gemeinsam mit führenden US-Kreditinstituten einen weiteren Plan vor, um Hauseigentümern mit Problemkrediten zu helfen und weitere Zwangsvollstreckungen zu verhindern, schreibt die Online-Ausgabe der "Börsen-Zeitung". Auch den Hypothekenbanken wäre damit geholfen.

Bereits im Dezember schlossen die US-Regierung und die Banken einen Kompromiss. Die Absprache zwischen Finanzminister Henry Paulson und den Banken sieht vor, dass bei zweitrangigen Hypothekendarlehen (Subprime-Kredite) mit progressiv steigenden Zinssätzen der Zins bis zu fünf Jahre lang eingefroren wird. Der aktuelle Plan mit dem Namen "Project Lifeline" unterscheidet sich vor allem darin, dass nicht nur Immobilienbesitzer mit Subprime-Krediten, sondern auch Kreditnehmer mit herkömmlichen Hypotheken die Chance erhalten, den Verlust ihres Eigenheims zu verhindern, heißt es in dem Bericht weiter.

Bei "Project Lifeline", das mit Großbanken wie der Citigroup, der Bank of America und JPMorgan Chase entwickelt wurde, werden Immobilienbesitzer, die mit der Monatsrate mehr als 90 Tage im Rückstand sind, von ihren Banken kontaktiert. Sie werden nun zur Offenlegung ihrer Vermögensverhältnisse aufgefordert. Wie die "Börsen-Zeitung" berichtet, hätten Kunden, denen zugetraut wird nach einer Neuorganisation ihrer Finanzen ihren Kredit weiter abzuzahlen, dann 30 Tage Zeit, um mit den Banken neue Konditionen hierfür auszuhandeln.

Der Grund für das erneute Eingreifen der Regierung ist, dass die Krise mittlerweile auch Haushalte mit herkömmlichen Krediten mit 30-jähriger Laufzeit und konstanten Zinsen betrifft, schreibt die "Börsen-Zeitung". Bereits 1,3 Millionen Hausbesitzer seien mit ihren Hypotheken mindestens 90 Tage im Verzug, wird US-Finanzminister Paulson in der "Börsen-Zeitung" zitiert. "Doch wir müssen uns darüber im Klaren sein", so Paulson, "dass wir nur am Anfang sind und dem Markt das Schlimmste noch bevorsteht." Die Regierung erwartet, dass bis Ende 2009 mehr als 1,8 Millionen weitere Problemkredite zu Zwangsvollstreckungen führen könnten.

Der Rettungsversuch stößt auf unterschiedliche Meinungen. Verbraucherorganisationen sprechen von einem "Tropfen auf den heißen Stein". Andere Ökonomen hingegen glauben, dass das Projekt die Banken vor weiteren Verlusten schützen kann und dazu beiträgt den Markt wieder zu stabilisieren.

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