Warum die Sparkassen gegen Landesbanken bieten 

Heinrich Haasis, der den Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) führt, hat in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung die Entscheidung der Sparkassen und Landesbanken verteidigt, in mehreren Gruppen in die Versteigerung der Berliner Sparkasse einzusteigen. Neben dem DSGV bewerben sich vier Landesbanken um den Zuschlag in Berlin.

Haasis betonte, Sparkassen, Landesbanken, Landesbausparkassen und öffentliche Versicherern seien selbstständige Unternehmen, die den Markt eigenständig bearbeiten. Es sei kartellrechtlich verboten und deshalb "unprofessionell und rechtswidrig", würde er auf die Entscheidungen der Landesbanken Einfluss nehmen wollen, die sich an der Versteigerung beteiligen.

Aus dem DGSV bewirbt sich eine Einheit, in der nur die Sparkassen vertreten sind. Diese Lösung bezeichnete Haasis als "mein Konzept" und betonte, dafür gebe es "eine ganz breite Unterstützung der Sparkassen Deutschlands". Man habe ein großes Interesse daran, "dass wir die Marke Sparkasse allein führen, dass wir im Haftungsverbund nicht für private Dritte haften müssen und dass wir bundesweit in jeder Stadt und Gemeinde vertreten sind."

Dem Gebot der Sparkassen räumte Haasis dabei große Chancen ein. "Für Berlin und seine Bevölkerung sind wir der ideale Partner", sagte er. Der Sitz des Instituts werde mit einem eigenständigen Vorstand in Berlin belassen, bekäme der DGSV den Zuschlag, versprach Haasis. Damit bleibe "ein wichtiger Arbeitgeber und Steuerzahler" und ein "Finanzdienstleister für alle Bevölkerungsteile" in der Hauptstadt.

Außerdem kündigte Haasis an, es werde weitere Zusammenschlüsse von Landesbanken geben. Wie viele, sagte er aber nicht. Es müsse mit den Banken und den Ländern ein "breiter Konsens" erreicht werden. Einer einzigen deutschen Länderbank, wie es 1989 kurzzeitig diskutiert wurde, erteilte Haasis eine Absage: "Ein solches Modell hätte auch heute betriebswirtschaftlich und politisch keine Chancen."

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