Die Bundesregierung will Wohneigentum als Altersvorsorge stärker fördern. Ähnlich wie bei der Riester-Rente soll es Zuschüsse und Steuererleichterungen geben. Einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD) zufolge will die große Koalition noch in diesem Jahr eine solche Förderung auf den Weg bringen.
Der Hintergrund: Seit es die Eigenheimzulage nicht mehr gibt, werden immer weniger Häuser privat gebaut oder gekauft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts haben sich die Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2007 mit rund 39.000 fast halbiert. Dabei halten nach wie vor Dreiviertel der Deutschen Immobilien für eine geeignete Altersvorsorge, ergab kürzlich eine Umfrage des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Über die Hälfte der Befragten interessiert sich auch für eine Riester-Rente mit Immobilieneinbindung.
Bisher sind noch zwei verschiedene Modelle für ein "Wohn-Riester" im Gespräch. Einig sind sich die Koalitionspartner darin, es soll eine nachgelagerte Besteuerung geben. Unions-Fraktionschef Volker Kauder sagte, Käufer von Wohneigentum könnten künftig entweder einen Riester-Zuschuss zu den laufenden Tilgungsraten an die Bank oder eine Steuergutschrift erhalten.
Nach übereinstimmenden Angaben aus beiden Fraktionen der Koalition muss die Rendite aus den staatlichen Zuschüssen im Alter versteuert werden. Das hatte die Union zunächst abgelehnt. Die SPD verzichtet im Gegenzug darauf, die Wohnungsbauprämie abzuschaffen, wie es ein Referenten-Entwurf des Finanzministeriums vorsah. Allerdings dürften die angesparten Summen nur noch zweckgebunden für den Wohnungsbau ausgegeben werden, hieß es. Bislang ist die Verwendung der Gelder frei.
Doch die privaten Bausparkassen haben sich bereits zu Wort gemeldet: Die nachgelagerte Besteuerung sei zu schwierig und zu kompliziert, kritisierte der Präsident des Verbands der privaten Bausparkassen, Andreas Zehnder, gegenüber der FTD. Die Wohnungsbauprämie dürfe nicht abgeschafft werden. "Das können sie keinem Bürger vermitteln", sagte er in einem Interview mit der Zeitung. Da der Verband, der vor allem in unionsregierten Ländern beheimatet ist, als politisch recht einflussreich gilt, könnte der Einspruch den nun gefundenen Kompromiss wieder gefährden, vermutet die FTD.