Mit einer neuen Masche versuchen dubiose Finanzdienstleister ganz groß Kasse zu machen. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins SPIEGEL-ONLINE zufolge werden neuerdings Kredite per SMS angeboten. Das Angebot existiert vorerst nur in Skandinavien. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten Angebote auch hierzulande auftauchen.
In der meist unaufgefordert versandten Werbung wird die Lösung akuter Finanzprobleme innerhalb weniger Minuten versprochen. Tatsächlich geht die angefragte Summe praktisch sofort nach der Übermittlung einer Bankverbindung auf dem betreffenden Konto ein. Was die Betroffenen übersehen, sind die horrenden Zinsen, die danach innerhalb weniger Wochen fällig werden. In Einzelfällen seien rechnerische Jahreszinssätze von bis zu 1000 Prozent angefallen.
Wie SPIEGEL-ONLINE berichtet, kommt die finnische Finanzaufsicht FIN-FSA in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass mit den SMS-Krediten ein neuartiges Problem entstanden ist. So seien die überteuerten Kurzzeitkredite bei Skandinaviern unter 30 schon ein übliches Phänomen. Inzwischen seien die Kreditfirmen auch schon in Tschechien aktiv, und in den meisten europäischen Ländern juristisch schwer oder gar nicht zu stoppen.
Denn selbst wenn die Wucherkredite per SMS als illegal bzw. sittenwidrig eingestuft und damit verboten werden, kann es noch eine Weile dauern, bis das Verbot und die Möglichkeit der Strafverfolgung greifen. Auch bei den überteuerten Internet-Dialern und den besonders bei Minderjährigen beliebten Klingelton-Abos mussten die betroffenen Verbraucher mindestens eine teure und nervenaufreibende Auseinandersetzung überstehen, bevor sie sich vor Gericht durchsetzen konnten.