Das Zahlungsverhalten der Deutschen hat sich im Vergleich zum Vorjahr zwar verschlechtert. Ein Einbruch der Zahlungsmoral sei bisher jedoch ausgeblieben, teilt das Inkasso-Unternehmen Creditreform mit. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden Rechnungen später bezahlt und die Anzahl und die Höhe der Forderungsausfälle nahmen leicht zu.
Das betrifft hauptsächlich das Zahlungsverhalten von privaten und gewerblichen Auftraggebern. Dagegen veränderte sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Einrichtungen nicht, allerdings kommen öffentliche Auftraggeber ihren Zahlungsverpflichtungen später nach.
Drei von vier Rechnungen innerhalb von 30 Tagen beglichen
38,4 Prozent der Unternehmen schätzen die Zahlungsmoral gut bis sehr gut ein, im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 45,9 Prozent. Nur 6,4 Prozent waren gar nicht mit der Zahlungsweise ihrer Kunden zufrieden. Trotz des Konjunktureinbruchs halte sich der Großteil der Auftraggeber an die angegebenen Zahlungsfristen, so Creditreform. Fast drei von vier Rechnungen würden innerhalb von 30 Tagen beglichen.
Jedes siebte Unternehmen musste Forderungen von mehr als einem Prozent des Jahresumsatzes als Verlust verbuchen. Im Durchschnitt gingen 0,6 Prozent der Forderungen verloren. Laut Creditreform beläuft sich die Summe der jährlichen Forderungsausfälle auf 29,2 Milliarden Euro.
Das Inkasso-Unternehmen erwartet, dass Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle aufgrund der schlechten Auftrags- und Ertragslage im Laufe des Jahres zunehmen werden.