Zum ersten Mal seit fünf Jahren gibt es wieder mehr BaföG. Wenn der Bundestag zustimmt, werden die Sätze zum 1. Oktober 2008 um zehn Prozent und die Elternfreibeträge um acht Prozent steigen. Das Deutsche Studentenwerk begrüßte die Entscheidung, hält die Erhöhung aber für unzureichend. Dies geht aus einem Bericht der Online-Ausgabe von n-tv hervor.
Die Erhöhung entspricht den Vorschlägen des wissenschaftlichen Beirates für Ausbildungsförderung. Allerdings gelten die Zahlen für eine Erhöhung bereits in diesem Jahr. Dadurch dass die Erhöhung erst im nächsten Wintersemester wirksam wird, befürchtet das Studentenwerk bereits eine neue Finanzierungslücke. Bundesbildungsministerin Annette Schavan hielt im Deutschlandfunk dagegen, es handele sich um die bisher wohl größte Erhöhung der Ausbildungsförderung. Sie hatte noch Anfang des Jahres eine Erhöhung strikt abgelehnt.
Die Erhöhung wurde bereits vom Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligt. Der Etat des Bundesbildungsministeriums für 2008 wurde damit um gut 55 Millionen Euro aufgestockt. Im Etat für 2009 werden dann Mehrausgaben von 314 Millionen Euro erwartet. Die Länder, welche 35 Prozent des BaföG zahlen müssen, werden 2009 insgesamt 228 Millionen Euro zusätzlich für die Ausbildungsförderung aufbringen müssen.
Bafög erhalten derzeit rund 500.000 Studierende und 320.000 Schüler. Höhere Elternfreibeträge werden dazu führen, dass künftig mehr Menschen BaföG-berechtigt sind – die Zahl der Geförderten wird also steigen. Der Höchstsatz inklusive Wohngeld liegt derzeit bei 585 Euro, der durchschnittlich ausbezahlte Satz bei 376 Euro.