Den Status einer Online-Bestellung kann man im Internet verfolgen, den Bearbeitungsstand einer Steuererklärung oder eines Bauantrages hingegen nicht, klagt der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM). Für amtliche Angelegenheiten komme das Internet bislang zu selten zum Einsatz, heißt es in einer Mitteilung des Hitech-Branchenverbandes.
Lediglich 17,1 Prozent der Deutschen schickten im Jahr 2007 via Internet ausgefüllte Formulare an öffentliche Stellen. Nur jeder Vierte (26,1 Prozent) lud amtliche Formulare aus dem Netz. Immerhin suchten vier von zehn Deutschen (39,1 Prozent) nach Informationen auf den Webseiten öffentlicher Stellen. Dies teilte der BITKOM in Berlin auf Basis aktueller Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat mit.
Außerdem würden die Informationen bisher überwiegend in eine Richtung laufen – von der Verwaltung an den Bürger. Der Rückkanal sei weitgehend stumm. Bürger erwarteten von Behörden transparente Arbeitsabläufe sowie Bewertungsinstrumente, die sie von Online-Shops und Internet-Dienstleistern kennen und schätzen. Als positives Beispiel nennt der Verband die Stadt Köln.
Köln: Haushaltsplan per Web 2.0
Diese habe im vergangenen Herbst ein Internetportal gestartet, auf dem sich die Bürger der Stadt an der Haushaltsplanung beteiligen können. Die Resonanz sei beeindruckend. Mehr als 10.000 Teilnehmer häbetten sich registrieren lassen, um über Spar- und Investitionsvorschläge diskutieren zu können. Es seien 4.900 Vorschläge eingegangen, wie öffentliche Gelder verwendet werden sollten. Darauf reagierten die Bürger im Web mit mehr als 9.000 Kommentaren und über 52.000 Bewertungen.
Auch Blogs und Wikis könnten den Bürger enger in Gesetzgebungs- und Verordnungsverfahren einbinden, schlägt der BITKOM vor. Blogs seien etwa sinnvoll, um Positionen zu Gesetzesentwürfen zu formulieren. Wikis lassen sich verwenden, um politische Vorgaben gemeinsam zu entwickeln.