Bund plant Streichung von Sparmodellen für Reiche 

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) will Steuersparmodelle der Finanzbranche rückwirkend ausschalten. Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, will der Minister dazu bereits am 9. August einen Entwurf des Jahressteuergesetzes im Bundeskabinett verabschieden.



Der Entwurf soll den Vorschlag enthalten, bestimmte Steuersparmodelle ab Januar 2006 zu streichen. Betroffen seien hiervon vor allem die Deutsche Bank und die australische Bank Macquarie. Beide Banken bieten Sparmodelle an, mit denen eine Verrechnung von Verlusten zu Beginn einer Investition mit anderen Einkünften möglich ist.



Nach aktueller Gesetzeslage sollen Anleger, die beispielsweise in den geschlossenen Fonds Optivest II investiert haben, steuerliche Verlustzuweisungen von rund 250 Prozent nutzen können. So war dieses Produkt vor allem für finanzstarke Anleger interessant, die ansonsten einen Spitzensteuersatz von 42 Prozent zahlen müssen, so die FTD.



Eine der ersten Gesetzesinitiativen der schwarz-roten Regierung war die Streichung von Steuerschlupflöchern für geschlossene Schiffs- und Medienfonds. Jedoch waren dem Bund die jetzt in Rede stehenden Sparmodelle als Schlupfloch entgangen. Die Branche hatte mit der Entwicklung von zum Teil spezifischen Produkten die Gesetzeslücke nutzten können.