Vielen Unternehmen drohen nach dem Jahreswechsel hohe Ordnungsgelder. Denn mit dem 31. Dezember 2007 naht der Stichtag, bis zu dem Kapitalgesellschaften ihren Abschluss für das
Jahr 2006 beim elektronischen Bundesanzeiger offen legen müssen. Vor
allem mittelständische Unternehmer haben bisher die seit Jahrzehnten
geltende Offenlegungspflicht missachtet. Nun müssen sie dieser auf
elektronischem Weg nachkommen. Zudem werden Verstöße gegen dieses
Transparenzgebot zukünftig vom Bundesamt für Justiz geahndet. Trotz
möglicher Ordnungsgelder bis zu 25.000 Euro ist die Einreichungsquote
beim Bundesanzeiger bis Mitte November äußerst gering gewesen, berichtet der Anbieter für Softwarelösungen DATEV.
Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland etwa eine Million
offenlegungspflichtige Unternehmen. Bisher haben nach Angaben des
Bundesanzeigers in Köln lediglich knapp 70.000 ihre Abschlüsse für
das Geschäftsjahr 2006 dort eingereicht. "In Deutschland lassen sich
die meisten Unternehmen nicht gern in die Karten schauen",
kommentiert Dr. Jochen Voß, Steuerberater in Düsseldorf, die niedrige
Zahl. Die Zurückhaltung bei der Abschluss-Veröffentlichung wurde von
den Behörden bisher weitgehend geduldet. Doch seit Jahresanfang gilt
das Umgehen der Offenlegungspflicht nicht mehr als Kavaliersdelikt:
Das "Gesetz über elektronische Handelsregister und
Genossenschaftsregister sowie das Unternehmensregister" (EHUG)
schreibt vor, dass Jahresabschlüsse ab dem Wirtschaftsjahr 2006 beim
elektronischen Bundesanzeiger einzureichen sind. Verstöße dagegen
werden vom Bundesamt für Justiz in Bonn geahndet. Säumige Unternehmen
müssen mit Ordnungsgeldern von bis zu 25.000 Euro rechnen.
Vorgelegt werden kann der Jahresabschluss digital über das Internet-Portal des
Bundesanzeigers oder über externe Anbieter und vorübergehend noch
im Papierformat. Viele Steuerberater bieten die Einreichung beim
Kölner Bundesanzeiger als Dienstleistung an. Die Steuerberater übermitteln die Abschlüsse mittels IT-Lösungen von Anbietern wie DATEV, was nach Auskunft von Steuerberater Voß "einige 100 Euro" sparen kann.