Einnahmen der öffentlichen Haushalte gestiegen 

Die Einnahmen der öffentlichen Haushalte sind im ersten Quartal 2008 stärker gestiegen als die Ausgaben. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Kassenstatistik der öffentlichen Haushalte mit.

So sind die öffentlichen Einnahmen im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahr um 4,5 Prozent auf 245,1 Milliarden Euro stiegen. Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte erhöhten sich im Berichtszeitraum zwar nur um 0,5 Prozent, liegen mit insgesamt 267,9 Milliarden Euro aber immer noch über den Einnahmen.

Zur positiven Entwicklung auf der Einnahmenseite trugen die um 4,3 Prozent auf 215,5 Milliarden Euro gestiegenen Einnahmen aus Steuern und steuerähnlichen Abgaben wesentlich bei, so die Angaben des Statistischen Bundesamtes. Während die Ausgaben der Länder und der Sozialversicherung anstiegen, waren sie beim Bund und bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden leicht rückläufig.

Das Finanzierungsdefizit der öffentlichen Haushalte, das sich aus der Differenz von öffentlichen Einnahmen und Ausgaben errechnet, verringerte sich im ersten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahresquartal auf 22,0 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2007 hatte das Finanzierungsdefizit noch 31,7 Milliarden Euro betragen.

Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände tilgten im ersten Quartal 2008 27,4 Milliarden Euro mehr an Schulden als sie zur Finanzierung ihrer Haushalte am Kreditmarkt aufgenommen hatten (Nettotilgung). Der Stand ihrer Kreditmarktschulden betrug zum 31.03.2008 1.487,7 Milliarden Euro (31.12.2007: 1 499,5 Milliarden Euro). Gleichzeitig erhöhte sich der Stand der kurzfristigen Kassenverstärkungskredite auf 66,5 Milliarden Euro (31.12.2007: 50,5 Milliarden Euro).

Bei der Interpretation der Ergebnisse für die öffentlichen Haushalte im ersten Vierteljahr 2008 ist zu berücksichtigen, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handelt und dass die Daten über die Einnahmen, die Ausgaben und den Schuldenstand für die Gemeinden und Gemeindeverbände nur noch mit Einschränkung zu verwenden sind. Ursache hierfür sind Datenlieferprobleme in einigen Ländern aufgrund der Einführung der doppischen Haushaltsführung (doppelte Buchführung), wie das Statistische Bundesamt mitteilt.