Erhöhung des Urlaubsgeldes nicht für jeden spürbar 

Dank der guten Konjunktur zahlen viele Firmen wieder mehr Urlaubsgeld. Doch oft kommt von dem Geld nicht viel bei den Arbeitnehmern an. Die Mitarbeiter des öffentlichen Diensts müssen sich sogar noch bis Weihnachten gedulden, bis sie mit Sonderzahlungen rechnen können. Das berichtet die "Rheinische Post".

Dem Zeitungsbericht zufolge, erhalten die 3,2 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie sowie von Volkswagen 4,1 Prozent mehr Urlaubsgeld als im Vorjahr. Die Mitarbeiter der Karstadt-Warenhäuser, die wegen des Sanierungstarifvertrags in den vergangenen Jahren auf Urlaubsgeld verzichten mussten, bekommen eine Ferienprämie in Höhe von 1000 Euro. Rewe-Mitarbeiter erhalten drei Prozent mehr.

Schlechte Karten hingegen haben die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Nach den Sparrunden der vergangenen Jahre bekommen sie nun keinen einzigen Cent mehr für die Urlaubskasse, sondern müssen bis Weihnachten auf eine Sonderzahlung warten.

Doch auch den Beschäftigten in den Boom-Branchen vergeht das Lachen, wenn sie auf ihren Gehaltszettel gucken. Vom Urlaubsgeld kommt besonders wenig in ihrem Portemonnaie an. Dank der Steuerprogression schlägt der Fiskus hier besonders heftig zu. Und Sozialabgaben von über 40 Prozent sind ebenfalls fällig. So spiegelt das Urlaubsgeld auch die deutsche Misere wider: Nicht die Bruttolöhne sind zu gering, sondern das, was von ihnen nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben übrig bleibt.