Europas Spitzenverdiener müssen sich auf steigende Steuerlasten einstellen. Dabei zahlen zahlen gut verdienende Europäer bereits die höchsten Steuersätze im weltweiten Vergleich, berichtet "Welt online" unter Berufung auf die Steuerberatungsgesellschaft KPMG, die Spitzensteuersätze für Spitzenverdiener weltweit verglichen hat.
Die höchsten Sätze für Topverdiener haben Dänemark (62,3 Prozent), Schweden (56,7 Prozent) und die Niederlande (52 Prozent). Deutschland liegt im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld. Seit 2003 sank der Spitzensteuersatz in Deutschland von 48,5 auf 45 Prozent. Der Höchststeuersatz greift erst ab einem Einkommen von 250.000 Euro.
Irland erhöht Spitzensteuersatz
KMPG erwartet nach Angaben von "Welt online", dass die Sätze künftig wieder steigen könnten. Mit einer stärkeren Besteuerung von Spitzenverdienern wollen einige Länder ihre Haushaltslöcher stopfen. Irland erhöhte seinen Spitzenversteuersatz in diesem Jahr um fünf Prozentpunkte auf 46 Prozent. Auch Großbritannien hebt den Steuersatz für Topverdiener ab 2010 um zehn Prozentpunkte an.
Der Spitzensteuersatz betrifft aber nur einen kleinen Teil der Steuerzahler. Gegenüber "Welt online" erklärt Viktor Steiner vom arbeitgebernahen Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), dass das oberste Prozent der Steuerzahler 20 Prozent der Einnahmen aus der Einkommensteuer erwirtschafte.
Tatsächliche Steuerbelastung entscheidend
Entscheidend ist die tatsächliche Steuerbelastung. Nach KMPG-Berechnungen zahlt man in Deutschland 20,1 Prozent Einkommensteuer, wenn man 70.000 Euro verdient. Damit bezahlt man weniger als in Großbritannien, wo bei gleichem Verdienst 25,4 Prozent zu zahlen sind.