Der Chef des ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, hat eine regionale Staffelung der Hartz-IV-Sätze gefordert. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" sagte Sinn: "Es kann nicht sein, dass der Hartz-IV-Empfänger in Ostberlin dasselbe kriegt wie der in Hoyerswerda, obwohl er in Berlin mehr für die Lebenshaltung bezahlen muss."
Verfehlte Lohnpolitik nach der Wende
Diese Regionalisierung könnte laut Sinn helfen, die aus seiner Sicht verfehlte Lohnpolitik im Osten direkt nach der Wende zu korrigieren. Hier hätten fälschlicherweise Gewerkschafter und Arbeitgeber aus dem Westen zu hohe Gehälter ausgehandelt, nur um sich ausländische Konkurrenz im Niedriglohnsektor vom Leib zu halten.
Flexible Lohnstrukturen durch unterschiedliche Hartz-IV-Sätze
Niedrigere Löhne hätten damals zu mehr privatwirtschaftlichen Investitionen geführt, was im Laufe der Zeit zu einem rascheren Lohnanstieg geführt hätte. Die Lohnangleichung solle man nun zwar nicht mehr rückgängig machen, über regionale Hartz-IV-Sätze könne man dem ifo-Chef zufolge aber auch indirekt flexiblere Lohnstrukturen erreichen.
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