Körperschaftsteuer soll weniger stark sinken 

Die Sommerpause geht zu Ende und die Unternehmenssteuerreform in die zweite Runde: Wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet, hat Bundesfinanzminister Peer Steinbrück der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Unternehmenssteuerreform vorgeschlagen, den Körperschaftsteuersatz von derzeit 25 auf nur noch 15 Prozent zu senken. Ursprünglich war eine Senkung auf 12,5 Prozent geplant. Die Messzahl für die Gewerbesteuer soll dagegen nicht wie bisher geplant nur von 5 auf 4, sondern auf 3,3 gesenkt werden. Die Union unterstützt den Vorstoß.

Die Frage der Gegenfinanzierung, welche noch vor kurzem für heftige Kontroversen gesorgt hatte, scheint nun ebenfalls einer Antwort näher zu kommen. Laut der FTD zeigt sich die SPD bereit, ihren Plan, ertragsunabhängige Elemente dem zu versteuernden Gewinn hinzuzurechnen, aufzugeben. Stattdessen wolle sie den Gegenvorschlag der Union akzeptieren. Dieser sieht vor, dass Unternehmen ihren jährlichen Gewinn durch Zinsaufwendungen nur noch um einen gewissen Prozentsatz mindern können. Im Gespräch sind 60 Prozent. Auch an den Plänen zur Abgeltungssteuer wolle die Koalition festhalten.

Insgesamt schätzt das Bundesfinanzministerium, die Steuerlast der Kapitalgesellschaften könne insgesamt von derzeit 38,6 auf unter 30 Prozent sinken. Dabei werden die geplanten Reformen ertragsstarke Körperschaften weniger, Mittelständler jedoch mehr als bisher geplant entlasten.