Kürzung der Rente droht 

Auf Grund der Finanzkrise droht Rentnern in Deutschland im nächsten Jahr eine Kürzung ihrer gesetzlichen Rente. Um mehr als zwei Prozent könnten die Renten gekürzt werden. Das berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Kreise der Sozialversicherung.

Die negative Prognose ist auf das Absinken der Löhne in diesem Jahr zurückzuführen, denn nach der Rentenformel führt ein Absinken der Löhne in einem Jahr zu einer Senkung der Renten im nächsten Jahr. So erwarten die Wirtschaftsinstitute für 2009, dass die durchschnittliche Brutto-Lohn- und Gehaltssumme um 2,3 Prozent sinkt. Die Renten könnten damit 2010 um den entsprechenden Prozentsatz gekürzt werden.

Rentenkürzungen sind nach geltendem Recht prinzipiell zulässig. Sie sind nur dann nicht erlaubt, wenn die Kürzungen durch weitere Faktoren wie den Nachhaltigkeits- und den Riesterfaktor ausgelöst werden. Sollte die Rente tatsächlich gekürzt werden, wäre dies die erste Kürzung seit Einführung der dynamischen Rente 1957.

Das Bundesarbeitsministerium wollte die Angaben auf Anfrage des "Handelsblatt" nicht bestätigen. "Die Bundesregierung wird über die Rentenerhöhung des nächsten Jahres wie in jedem Jahr im März auf der Basis der Daten über die tatsächliche Einkommensentwicklung entscheiden", sagte eine Sprecherin. Das Ministerium wolle sich nicht an Spekulationen auf der Basis der Prognose der Wirtschaftsinstitute beteiligen.

Aktuell können Rentner noch von der positiven Lohnentwicklung und dem hohen Beschäftigungsstand des vergangenen Jahres profitieren. In diesem Jahr erhalten sie in Westdeutschland 2,41 Prozent mehr Rente. In den neuen Bundesländern sind die gesetzlichen Altersbezüge in diesem Jahr sogar um 3,38 Prozent gestiegen.

Die Zustimmung des Bundesrates zum entsprechenden Beschluss des Bundeskabinetts gilt als reine Formsache.