Die Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will das Elterngeld auf bis zu 28 Monate verlängern, wenn beide Elternteile nach der Geburt Teilzeit arbeiten. Dann gibt es aber nicht 67 Prozent des vorherigen Netto-Einkommens, sondern nur die Hälfte davon, 33,5 Prozent. Das berichte die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Onlineausgabe.
Arbeitet nur einer der Elternteile nach der Geburt des Kindes in Teilzeit weiter, verlängert sich der Elterngeld-Bezug um sieben Monate auf 21 Monate. "Viele Väter, die sich in Zeiten der Krise nicht trauen, ganz auszusteigen, könnten statt zwei voller Vätermonate vier halbe nehmen: Sie arbeiten halbtags und bekommen das halbe Elterngeld", sagte die Ministerin der "Bild"-Zeitung in einem Interview.
Das Elterngeld ist ein Einkommensersatz für Mütter und Väter, die nach der Geburt ihres Kindes zeitweise aus ihrem Job aussteigen oder nur noch höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten. Gezahlt werden 67 Prozent des letzten Nettogehalts, höchstens aber 1800 und mindestens 300 Euro im Monat.
Bisher wird das Elterngeld maximal für 14 Monate gezahlt. Ein Elternteil kann aber längstens zwölf Monate in Anspruch nehmen. Weitere zwei Monate wird nur dann gezahlt, wenn der andere Partner das Kind betreut. Nach dem Willen der Familienministerin sollen dadurch vor allem Väter an der Betreuung der Kinder stärker beteiligt werden, schreibt die FTD. Alleinerziehende erhalten das Elterngeld komplett 14 Monate.
Zugleich beklagte von der Leyen, dass es vor allem in den alten Bundesländern noch immer nicht genügend Kita-Plätze gebe, schreibt die Zeitung. Der Bedarf sei erst zu etwa einem Drittel gedeckt. Der Ausbau kommt aber ihrer Ansicht nach gut voran.