Reform entlastet Unternehmen um mehr als 5 Mrd. 

Die von der Großen Koalition beschlossene Unternehmenssteuerreform wird Firmen und Betriebe bis 2010 um ehr als fünf Milliarden Euro pro Jahr entlasten. Im Startjahr 2008 soll die Entlastung sogar rund 8 Mrd. Euro betragen, wie die Financial Times Deutschland (FTD) unter Berufung auf ihr vorliegende Berechnungen der sogenannten Quantifizierungsgruppe berichtet.

Die Quantifizierungsgruppe setzt sich aus Steuerexperten aus Bund, Ländern und Gemeinden zusammen. Für die Jahre 2009 und 2010 rechnen die Experten mit einer Entlastung von 6,9 Mrd. Euro bzw. 6,6 Mrd. Euro für die Unternehmen. Erst ab 2011 werden die Mindereinnahmen für den Fiskus wieder auf unter 5 Mrd. Euro sinken. Dem Bericht zufolge müssen vor allem Bund und Länder die Steuerausfälle verkraften. Auch Städte und Gemeinden müssen allerdings mit Verlusten rechnen. Im ersten Jahr der Reform sollen die Kommunen rund 2 Mrd. Euro weniger bekommen. Bis 2012 soll diese Zahl gar auf 4,26 Mrd. Euro steigen.

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums versprach jedoch, dieses Problem durch "Nachjustieren" des Referentenentwurfs zu beheben. Die Reform sollte den Kommunen keine Steuerausfälle bescheren. Als eine Möglichkeit wird die Senkung des Anteils an der Gewerbesteuer, den die Kommunen an Bund und Länder abgeben müssen, diskutiert.

Neben der Entlastung für Unternehmen hat die Quantifizierungsgruppe die Ausfälle beziffert, die die Abgeltungssteuer dem Staat beschert. Hier werden 1,1 Mrd. Euro für 2010 und sogar 1,6 Mrd. Euro für 2011 erwartet.