Das erste Mal seit der Wiedervereinigung schreiben Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen wieder schwarze Zahlen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, betrug der Finanzierungsüberschuss des Staates im Jahr 2007 nach aktualisierten Ergebnissen rund 0,2 Milliarden (Mrd.) Euro.
Insgesamt betrugen die Staatseinnahmen 1 064,0 Mrd. Euro und die Ausgaben 1 063,8 Mrd. Euro. Das bedeutet, Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen haben zusammen gerechnet mehr Geld eingenommen als sie ausgegeben haben. Das letzte Mal war dies im Jahr 2000 der Fall. Damals war jedoch nur der außergewöhnliche Geldzufluss aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen ausschlaggebend für die schwarzen Zahlen, weswegen das Statistische Bundesamt diesen "Einmaleffekt" als Ausnahme verbucht.
Aufgeschlüsselt nach ein einzelnen Ebenen ergibt sich folgendes Bild: Der Bund ist der Hauptverursacher des Staatsdefizits. 2007 verbuchten Länder, Gemeinden und Sozialversicherung ein dickes Plus, das aber gerade ausreichte, um das ebenso dicke Minus des Bundessaldos auszugleichen. Der Bund gab 2007 fast 20 Mrd. Euro mehr aus als er einnahm, während die Sozialversicherungen gut neun Mrd. Euro ihrer Einnahmen nicht ausgeben mussten. Länder und Gemeinden sind mit 51, Mrd. beziehungsweise 5,9 Mrd. Euro im Plus.
Außerdem hielt Deutschland 2007 zum zweiten Mal seit langer Zeit wieder die Maastricht-Kriterien zur Staatsverschuldung ein. Sie blieb im Jahr 2007 konstant, während sie 2006 noch um 1,6 Prozent anstieg. Erlaubt sind den Euro-Ländern laut Maastricht-Vertrag 3 Prozent.